Schwarzes Brett - Gerüchte und Aushänge aller Art

  • [DB] Wegesruh


    In der Magiergilde passierten immer wieder seltsame Sachen. Schüler die von verzauberten Tischen nach draußen gejagt wurden weil sie ihre Lehrmeister drangsaliert hatten, seltsame Lichter die durch die hohen Fenster des Gildenturms strahlten, oder Rauch der aus dem Chironasium strömte weil irgendein alchemistisches Experiment mal wieder schief gelaufen war.

    Doch als dieser Tage erdbebengleiche Erschütterungen von der Gildenhalle ausgingen hatten die Gildenmagier eindeutig übertrieben. Der Stadtwache war es unter großer Anstrengung und Silberzungen gleich möglich einen wütenden Mob aufzulösen und so die Magier zu beschützen. Nicht auszumalen was passiert wäre, hätte der Mob die Gildenhalle gestürmt. Man stelle sich die Hühnerscharen vor die wieder hinaus geströmt wären!

    Noch am selben Abend berichteten Poeten und Dichter, die Tage und Woche zuvor jede Nacht von einer Dwemerschmiede geträumt hatten, dass sie so gut wie noch nie geschlafen hätten. Der immer wiederkehrende Traum war verklungen und die Bürger von Wegesruh konnten wieder ruhig und friedlich schlafen.

  • [DB] Wegesruh


    Wenn es etwas gab, was Wegesruher ebenso liebten wie Süßkringel, dann waren es Gerüchte (vorzugsweise über Adelige). Zum Glück für die Bewohner der Stadt gab es von beiden mehr als genug.


    Da waren zum Beispiel die mysteriösen Morde, die ausnahmslos einstige Bewohner aus dem Dominion zu treffen schienen. Die Stadtwachen hatten nun verkündet, der Mörder sei gefasst, und die Morde seien aufgeklärt. Die meisten Büger gaben sich damit zufrieden. Keine weiteren Morde, keine Wegelagerer und Räuber auf den Strassen vor Wegesruh - die Stadtwachen leisteten derzeit wirklich gute Arbeit. Wenn jetzt noch endgültig die ständige Bedrohung durch die Dreugh abgewehrt werden würde, wäre es in der Hauptstadt des Bündnisses so ruhig wie lange nicht mehr. Wenn man von den ständigen haarsträubenden Experimenten in der Magiergilde, die immer wieder für Ärger sorgten, einmal absah.


    Doch so manch einer war argwöhnisch, was die vermeintliche Aufklärung der Morde anging. Erst schienen die Stadtwachen keinerlei Fortschritte zu machen, und nun war der Mörder schlagartig gefasst? Warum wurde so wenig über den Mörder bekannt? Kam er oder sie ins Gefängnis? Würde es eine Hinrichtung geben? Schnell kamen neue Gerüchte auf. Es handele sich um einen Spion des Dominions, der abtrünnige Dominionbürger ermordet hatte. Der Ring der Dolche sei an der Sache beteiligt, deshalb die Geheimniskrämerei. Womöglich liefe der Mörder sogar noch frei herum. Die Mehrheit der Bürger tat es aber als Geschwätz ab.

    Kein Geschwätz, sondern eine handfeste Tatsache war dagegen die Neuigkeit, dass im Haus der Wissenschaft Vorbereitungen für eine Forschungsreise getroffen wurden. Man wolle zurück zu den Ursprüngen, sich wieder gänzlich der Erkundung von Tamriel widmen und weg von der Jagd nach Kultisten und ihren daedrischen Meistern. Gab es womöglich sogar eine Fortsetzung der Reiseaufzeichnungen, die einst in Buchform erschienen waren? Es gab zwar keinerlei Hinweise darauf, doch das hielt manch einen wissenschaftlich Interessierten nicht davon ab, eine schriftliche Anfrage dazu im Forscherhaus einzureichen. Die Forschungsreise selbst indessen sollte quer durch Daenia führen, ohne ein bestimmtes Ziel oder eine spezielle Aufgabe.

    Die geplante Reise nach Dolchsturz per Schiff könnte sich allerdings als schwierig herausstellen. Anfangs schienen es nur Geschichten von betrunkenen Seeleuten. Doch mehr und mehr zeichnete sich ab, dass an den Geschichten wohl mehr dran war, als zunächst gedacht - ein Geisterschiff machte angeblich den südlichen Teil der Iliac-Bucht unsicher. Es tauchte stets nachts auf, begleitet von einem schweren Sturm. Das war auch schon so ziemlich alles, worin sich die zahlreichen Geschichten über das unheimliche Schiff gleichten. Darüber hinaus erzählte jeder eine gänzlich andere Version. Ob Seemannsgarn oder wahr, immer mehr Kapitäne mieden es, von Wegesruh nach Dolchsturz zu segeln. Und auch von Dolchsturz kamen zuletzt merklich weniger Schiffe an, was erheblichen Einfluss auf den Handel der beiden Städte hatte.


    Was den einfachen Seeleuten Angst einjagte, weckte bei Abenteurern die Neugier, und es gab erste Unternehmungen, dem Geisterschiff auf die Spur zu kommen. Zwei Schiffe kehrten ohne neue Erkenntnisse zurück nach Wegesruh, ein drittes Schiff hingegen, die "wehende Meerjungfrau", war seit zwei Wochen spurlos verschwunden - was einige Seeleute, Kapitäne, und zunehmend auch Bürger als Beweis für die Existenz des Geisterschiffes ansahen. So interessant die Geistergeschichten sein mochten, letztlich wirkten sie sich schlecht auf den Handel aus. Und das sahen die Wegesruher gar nicht gern.

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    Die Zugänge im Norden und Westen der Stadt Wegesruh waren nicht mehr zugänglich. Schon seit geraumer Zeit konnten sie der Dreugh-Angriffe wegen nicht mehr genutzt werden. Jetzt ließ man nur noch die wenigen Flüchtlinge passieren die durch etwaige Angriffe dieser Monstren in die Stadt kamen. So wenige wie es dieser Tage noch waren, berichteten sie doch alle ausnahmslos von einem kribbelnden Gefühl das sie durchströmte, als sie durch die Tore traten. Das lag zweifellos am Wirken der Magiergilde.

    Einen Tag zuvor hatte man Magier der Gilde bei den Toren gesehen wie sie aufwendige Rituale abhielten und die Tore für wenige Augenblicke zum Leuchten brachten. Teile der Truppen von Kriegergilde und des Ordens der Hexenjäger hatten sich danach langsam in die Stadt zurückgezogen. Augenzeugen hatten gesehen wie Dreugh versuchten die Eingänge der Stadt zu nehmen. Jedes Mal hatte die Luft vibriert, dort wo sie versuchten einzudringen. Jedes Mal hatten sie sich unter lautem Heulen und Gewinsel zurückgezogen.

    Was auch immer die Magiergilde getan hatte, die Bürger von Wegesruh waren froh das die Dreugh nicht in die Stadt kamen. Ebenso die Mitglieder der Kriegergilde und des Ordens, denen endlich eine Verschnaufpause vom kräftezehrenden Kampf gestattet war.

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    Es ging wie ein Lauffeuer umher. Derlei Nachrichten verbreiteten sich schnell, vor allem wenn es um etwas so Wichtiges wie die Bank von Wegesruh ging. Die Bank selbst versuchte die Geschehnisse natürlich so gut es ging unter Verschluss zu halten, doch irgendjemand redete immer. Und so wusste bald jeder in der Stadt, dass die Bank beraubt wurde. Man wusste nicht viel, doch Dieben soll es durch geheime, unterirdische Gänge gelungen sein in die Gewölbe unter der Bank einzubrechen und einige Verliese auszuräumen. Um welche Verliese es sich handelte wusste man nicht, doch alle waren deswegen in ziemlicher Aufruhr! Gerüchte gingen um das die Diebesgilde darin involviert war - sofern man den Gerüchten einer Gilde von Dieben überhaupt glauben schenken konnte! Andere behaupteten das es Geister gewesen sein mussten, da der ein oder andere wohl das Klagen der Seelen aus den Verliesen unter der Bank gehört haben wolle und es für Sterbliche auch unmöglich gewesen sei in die Bank einzubrechen! Weniger abergläubische Bürger taten dies natürlich sofort ab und meinten man solle derlei Geschwätz nicht allzu viel Beachtung schenken. Was sollten Geister auch schon aus einer Bank stehlen wollen? Die Ermittlungen in diesem Fall dauerten jedenfalls an...

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    An einem der Brunnen in Wegesruh:


    Mara: „Du, Josephe, hast du es auch gehört? Was sich so herumspricht?“


    Josephe: „Was sich herumspricht? Kind, hol deinen Eimer schneller nach oben, hier sind noch andere, die etwas Wasser haben wollen, verstehst du?“


    Mara: „Ja… ja, ist ja gut, ich beeile mich. Aber hast du nichts davon gehört? Dass die Hexenjäger gesehen wurden? Wie sie mit Gefangenen in die Stadt geritten sind? Zwei Gefangene. Und beide haben sie so an ihre Pferde gebunden, dass sie hinter ihnen her geschleift wurden.“


    Josephe: „Kind… Kind, du hast eine wirklich blühende Fantasie. Solltest einem der hiesigen Barden mal davon erzählen, der spinnt dir glatt eine Geschichte draus. Könntest berühmt werden… wenn dieses Bardenpack nur nicht generell darauf aus wäre, Mädchen wie dich in die Kiste zu bekommen… zieh, zieh schneller, Mara, und pass auf, du verschüttest ja alles Wasser auf dem Weg nach oben, Kind, Kind, langsam, langsam… was diese Hexenjäger anbelangt: Ebenfalls ein Lumpenpack! Die Leute, die sie schnappen… sind doch alle unschuldig. Die morden unter den Augen der Stadtwache fröhlich und keinen juckt es… sollen sie doch allesamt die Läuse befallen. Was auch immer du da redest, hör auf, den Namen dieses… dieses vermaledeiten Ordens zu nutzen. Mögen die Götter uns beistehen. Ein lausiges, versifftes Pack. Allesamt. Hast du deinen Eimer jetzt, Kind?“


    Mara: „Ich habe meinen Eimer… es heißt, dieser Adrien hätte jemanden geschnappt. Jemanden sehr böses. Der es wirklich verdient hat. Ach, Adrien…“


    Josephe: „Kind, ich kann deinen Blick wohl deuten. Und die Röte auf deinen Wangen. Schlag dir das aus dem Kopf. Bei deiner lieben Mutter willen! Nicht alles, was schön ist, ist auch nett und freundlich. Schlag dir das aus dem Kopf! Denke nicht mal mehr an diesen verlumpten Scharlatan, bei den Göttern!“




    Im Gasthaus „Zur Trüben Neige“:


    Ed: „… na und dann, da ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen. Das müssen zwei dieser verfeindeten Banden gewe-…“


    Gustav: „Na, Männer! Entschuldigt meine Verspätung. Meine Frau hat meine Stiefel nicht ordentlich sauber gemacht. Da musste ich ihr deutlich mitteilen, wie schön es doch wäre, würde sie dies beim nächsten Mal besser machen.“


    Frederic: „Hör auf mit dem Geschwätz, setz dich, Bier haben wir dir schon bestellt, und lausche, was Ed zu erzählen hat. Der Kerl scheint nur knapp dem Tod entronnen zu sein. Die Götter mögen uns beistehen.“


    Gustav: „Dem Tode entronnen? Was?“


    Ed: „Bei den Göttern, so war es. Nicht lange her. Auf dem Nachhauseweg. Ich nehme eine kleine Abkürzung durch einige kleinere Gassen, was man ja eigentlich nicht tun sollte. Vor allem zu dieser Tageszeit, denn der Abend nahte bereits… nun, ich nahm die Abkürzung, wissen die Götter warum, und wurde Zeuge eines Massakers. Ein Blutbad. Acht Leute. Die meisten Bewaffnet. Treffen sich einfach irgendwo in den Gassen und sprechen miteinander. Konnte nichts verstehen. War auch kaum Zeit, denn kurz darauf, ziehen die blank und schlachten sich gegenseitig ab… sowas habt ihr noch nicht gesehen. So viel Blut. Einfach abgeschlachtet haben die sich. Müssen Banden gewesen sein, ganz sicher! Irgendwelche kriminellen Dreckskerle. Sahen auch allesamt aus wie Kretins und Halsabschneider. Ich werde nicht mehr in die Gassen gehen… keine Abkürzungen mehr.“


    Gustav: „Bei den Göttern, was erzählst du da? Wo hat sich das ereignet?“


    Ed: „Auf dem Nachhauseweg. Ich habe es dir doch mal gezeigt… die Gassen… die man gehen könnte. Du erinnerst dich?“


    Gustav: „Ich erinnere mich. Was ein Zufall… unweit von dort ist etwas geschehen, von dem ich, werte Freunde, euch erzählen wollte… doch im Vergleich zu deiner furchtbaren Geschichte verblasst meine.“


    Frederic: „Er lebt ja noch, er lebt ja noch. Wobei ich mich langsam frage, für was ich meine Steuern zahle, wenn die Stadtwachen scheinbar auf beiden Augen blind sind. Aber zu deiner Geschichte, zu deiner, Gustav.“


    Gustav: „Ich habe von dem Schwager meiner Frau… ähm… naja, dem Schwager meiner Affäre eher… ihr wisst doch… ähm… wie dem auch sei, ich habe erfahren, dass Hexenjäger und auch die Stadtwache anscheinend ein Haus gestürmt haben. Unweit von den Gassen, Ed. Und dass sie dort wohl Gefangene gemacht haben. Irgendwelche Leute von einem Adelshaus. Was auch immer die wieder verbrochen haben.“


    Ed: „Da sieht man, wo die Steuergelder hinfließen. Die Stadtwachen kümmern sich um den verfluchten Adel, während der einfache Mann auf der Strecke bleibt. Unfassbar. Abschaffen sollte man diesen verfluchten Adel.“


    Frederic: „Dein Wort in die Ohren der Götter… ah, seht, die Schankmaid bringt neues Bier.“




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    An einem der Brunnen in Wegesruh an einem Tag, an dem die Sonne nur selten zwischen den Wolken hervorlugte.


    Mara: „Er liebt mich, er liebt mich nicht, er liebt mich, er liebt…“


    Josephe: „Heh, Mara. Kind, wie lange willst du denn noch brauchen, um Wasser zu holen? An diesem düsteren Tag? Sieh zu, dass du dich beeilst und dir nicht eine Erkältung einfängst, bei allen guten Göttern!“


    Mara: „Ah, Josephe. Schön dich zu sehen. Ja, ja, das Wetter ist schlecht, so schlecht.“


    Josephe: „Kind, leg diese Blumen aus der Hand, was machst du denn damit?“


    Mara: „Ich reiße Blüten…“


    Josephe: „Immer noch wegen diesem Adrien? Soll diesen Orden doch der Daedra holen… huch, so laut darf man das gar nichts sagen, verdammt… Kind, ich sehe, wie du errötest. Schwamm drüber. Jeder hat sich mal in den Falschen verguckt. Nun mach schon, hol dein Wasser aus dem Brunnen. Und halte dich auf jeden Fall fern vom Westtor. Und allen, die dort hindurchgelassen werden, falls das noch getan wird. Vor allen Flüchtigen solltest du dich fürchten, Kind, hast du verstanden?“


    Mara: „Sie sind doch nur wegen der Dreugh auf der Flucht? Die Dreugh scheinen derzeit viel Ärger rund um Wegesruh zu machen.“


    Josephe: „Natürlich Kind, natürlich. Doch sind darunter auch sicherlich ein paar Halunken, die ein Mädchen alleine am Brunnen gerne auffinden würden. Würde ihnen den Tag erhellen, selbst wenn von der Sonne noch kein einziger Strahl durch die Wolken gegangen ist.“


    Mara: „Ich verstehe nicht ganz…“


    Josephe: „Halte dich einfach fern von denen. Ich hoffe ja, dass diese Sache nicht mehr so lange andauern wird. Gestern, Kind, sah ich, wie eine gute Truppe an gerüsteten Löwengardisten und vier unterschiedlich gekleidete Leute in die Stadt gekommen sind. Über und über beschmutzt mit Blut – Dreughblut. Du kannst es dir nicht vorstellen, wie beschmutzt sie waren. Und manche von ihnen auch ziemlich lädiert. Aber das ist gut, das ist gut, Kind. Das bedeutet, dass etwas gegen diese Biester getan wird. Ich hörte auch, und das ist nur ein Gerücht, dass manch einer ganz gut daran verdienen kann, wenn er im Namen der Stadtwachen ein paar Dreugh niedermacht. Da sollen einige Münzen für springen. Das wiederrum, wenn bereits Dritte angeworben werden müssen, ist schlecht, sehr schlecht. Ich halte große Stücke auf die Stadtwache, doch warum gehen sie nicht einfach raus, allesamt und machen diesem Graus ein Ende…?“


    Mara: „Wären wir dann nicht einige Zeit alleine mit den ganzen Flüchtigen hier in der Stadt?“


    Josephe: „Äh… Kind, ähm… los, hol dein Wasser jetzt. Es beginnt schon wieder zu nieseln. Schrecklich dieses Wetter. Grüße deine Eltern von mir, ja? Und gehe auf dem schnellsten Weg nach Hause. Und nicht durch die Gassen, nicht durch die Gassen. Ich hörte von einem Blutbad dort… vor nicht allzu langer Zeit soll es ein wahres Blutbad gegeben haben!“


    Mara: „Ähm… ja… dann einen schönen Tag, Madame.“


    Josephe: „Ja, ja, beeil dich, Kind, beeil dich.“

  • Auch wenn es den Bürgern von Wegesruh nicht entgangen war, dass die Gefährten sich weiter auf einer Forschungsreise befanden, während Namir al-Rashid aus Krankheitsgründen (wie es offiziell hieß) zurückkehren musste, so hielten sich Gerüchte und Getratsche rund um das Forscherhaus doch erstaunlich in Grenzen. Nicht wenige zeigten sogar Verständnis für den rothwardonischen Forscher, war es doch kein Geheimnis, was die Gefährten in den letzten Monaten alles durchgemacht hatten. Die Bürger dachten vor allem an die Intrige des Schakals, die das Haus der Wissenschaft beinahe zu Fall gebracht hätte. So etwas steckte man nicht so leicht weg.


    Hier und da wurde zwar gern behauptet, es sei zum Bruch zwischen den Gefährten gekommen, und der Schreiber wolle sich aus der Forschung zurückziehen, doch das durfte wohl als bloßes Geschwätz abgetan werden, dem jegliche Grundlage fehlte. Ganz im Gegenteil erwähnte die Mäzenin des Hauses, Madame Barneau, kürzlich während eines Gesellschaftsabends im Hause Laforte, das Haus der Wissenschaft wolle sich wieder verstärkt seinen eigentlichen Aufgaben und Zielen widmen. Also Forschungsreisen, wissenschaftliche Aufträge, und Unterstützung von Forschern, denen die nötigen Mittel fehlten, um ihre Arbeit fortzusetzen. Es gab auch Überlegungen, nach längerer Pause wieder Gesellschaftsabende im Haus der Wissenschaft anzubieten, um so den Dialog zwischen Wissenschaft und Bürgertum zu fördern.


    Was die Unterstützung von Forschern anging, schien es bereits einen neuen Schützling zu geben. Ein Kaiserlicher namens Lucan Aurellius hatte mittlerweile zwei Mal das Forscherhaus aufgesucht, und es gab mehr als nur vage Hinweise, dass eine engere Zusammenarbeit in Aussicht stand. Ob es dabei lediglich um die Veröffentlichung einer wissenschaftlichen Arbeit ging, oder doch mehr dahinter steckte, war allerdings noch nicht absehbar.


    Letztlich war das vielen Bürgern aber auch gar nicht so wichtig. Viel bedeutsamer war, dass im Haus der Wissenschaft wieder Normalität einkehrte - in unruhigen Zeiten wie diesen, wo es unter anderem zu einem Banküberfall gekommen war, Meuchelmörder in den Gassen ihr Unwesen trieben und Dreugh vor den Toren der Stadt lagerten, war das mehr als willkommen.

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    An einem Brunnen in Wegesruh


    Josephe: "Ah, Mara, Kind, gut dass ich dich hier erwische!"


    Mara: "Josephe. Guten Tag. Ein herrlicher Tag, nicht?"


    Josephe: "Könnte nicht herrlicher sein! Vor allem ist er dadurch gesüßt, dass die Götter meine Gebete wohl erhört zu haben scheinen!"


    Mara: "Die Götter haben dich... erhört?"


    Josephe: "Kind, Kind, bei der Göttin nach der du benannt wurdest, hast du es noch nicht mitbekommen? Na, ich sehe anhand deines verdutzten Blickes, dass du deine Gedanken ganz wo anders hast... man munkelt, Kind, dass die Flüchtigen, die durch die Dreugh-Plage zu uns und in unsere Stadt gelangen, vermehrt von den Wachleuten überprüft werden. Ist das nicht wunderbar?"


    Mara: "Ähm... Josephe, ja... wunderbar. Es sind wirklich viele Flüchtige derweil unterwegs."


    Josephe: "Na stell dir doch nur mal vor: Sicherheit auf den Straßen! Nicht mehr jedem dahergelaufenen wird getraut. So muss es sein. Das ist ein erster Schritt in die Richtige Richtung! Und wo wir beim Thema 'Richtung' sind, Kind: Du bleibst dennoch schön fort von den dunklen Gassen und den fremden Männern, haben wir uns da verstanden?"


    Mara: "Natürlich, Josephe. Nichts läge mir ferner. Was gibt es auch Interessantes an Flüchtigen, die von weither kommen... von außerhalb... und Geschichten zu erzählen haben... über Dreugh und... Abenteuer und... ähm... ja, völlig uninteressant, Josephe, natürlich."


    Josephe: "Das will ich doch hoffen. Nun schnell, schnell! Hole deinen Eimer wieder nach oben, ich habe nicht den ganzen Tag Zeit, Kind. Na, wunderbar! Und grüße deine Eltern von mir!"

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    Im Gasthaus "Zur Trüben Neige":


    Ed: "... na und dann sehe ich diese wirklich herausgeputzten Adelsleute diesen Weg entlanglaufen, begleitet von einigen Wachleuten und die schauen uns natürlich nicht mal mit dem Arsch an, weil-..."


    Gustav: "Na, Männer! Entschuldigt mal wieder meine Verspätung. Meine Frau hat mich noch zum einkaufen verdonnert, weil sie morgen Abend zusammen mit irgendwelchen Freundinnen ein Treffen in unserem Haus arrangieren möchte und ich musste ihr doch wirklich sehr detailreich erklären, weshalb ich den morgigen Abend dann lieber in der hiesigen Schenke verbringen werde."


    Frederic: "Hör auf mit dem Geschwätz, setz dich und wie immer haben wir dir schon ein kühles Helles bestellt, Gustav. Lausche, was Ed zu erzählen hat. Der Kerl scheint einige Adelige der Stadt und von außerhalb gesehen zu haben."


    Gustav: "Adelige? Von außerhalb?"


    Ed: "So wahr ich hier sitze, könnt ihr mir glauben. Auf einer der großen Straßen von Wegesruh und in Richtung des Palastviertels."


    Gustav: "In Richtung des Viertels, wo diese ganzen aufgeblasenen Kretins ihre Ärsche plattsitzen, Wein schlürfen und die Nasen in die Luft recken."


    Frederic: "Verflucht, Gustav, du hast ja recht, doch solltest lieber leiser sein. In den heutigen Zeiten können einem solche Aussagen ganz schnell großen Ärger bereiten."


    Gustav: "Bei den Göttern, verflucht... Ed, erzähle weiter."


    Ed: "Ich habe mich natürlich etwas genauer Informiert und die Gerüchteküche der Stadt kocht ja auch so gut wie jeden Tag ihr feuriges Süppchen... also: War wohl eine Feier des Adeligen Meetswell - ein Herzog und am Hof des Königs tätig. Hat hier einige Immobilien in der Stadt und auch einen festen Sitz im Palastviertel."


    Gustav: "Zu welchem Anlass eine Feier? Dass uns die Dreugh die Tore einrennen? Dass in den Gassen schreckliche Massaker stattfinden, oder zu Ehren der Bankräuber des wohl stattgefundenen Bankraubes? Das ist ja auch so eine Sache: Viele sprechen darüber, doch niemand kann es so ganz beweisen... ich frage mich immer noch, wie Räuber überhaupt in die Bank gelangen sollten... mein Geld bleibt unter meinem Kopfkissen und fertig!"


    Frederic: "Ich vermute fast, diese adeligen Leute brauchen keinen wirklichen Anlass... und falls doch... hm, die Sonne hat die letzten Tage über etwas mehr geschienen und es wurde etwas wärmer... das könnte diesen Fatzken schon reichen, was?"


    Ed: "Der Anlass soll anscheinend tatsächlich zur Feier der schwierigen letzten Zeit sein, welches das Haus Meetswell durchgemacht hat und nun wohl hinter sich lassen konnte."


    Gustav: "Sitzen auf einem Berg von Münzen und Immobilien und reden von schwierig..."


    Ed: "Die Dreugh scheinen den Handel des Hauses Meetswell schwer getroffen zu haben. Zudem Missernten. Wer weiß, wo diese Adeligen ihre gepuderten Finger noch überall drin haben."


    Frederic: "Erzähle noch, was du mir zuvor erzählt hast, Ed. Als Gustav noch nicht hier war."


    Ed: "Ach, ja... man erzählte sich, dass trotz des feierlichen Anlass der Herzog Meetswell gegen Ende des Abends im Zwist mit einem Grafen lag... Graf Montseignac... es ging wohl um Immobilien an der Küste von Galen. Da haben beide ein Auge drauf geworfen."


    Gustav: "Verfluchte Mistkerle... lasst uns nun lieber darüber streiten, wer die nächste Runde Bier bezahlt, Männer!"


  • [EP]



    Balmora auf Vvardenfell, bei Grubesha nahe der Taverne...


    Reloori schlendert, wie immer zur gleichen Tageszeit, durch Balmora und bleibt, wie jedesmal, bei Grubesha stehen, die sie auf den Tod nicht ausstehen kann, aber der es eine Freude ist, sie bei jeder Gelegenheit mit provokanten Äußerungen zu provozieren.

    Die schlanke, fast schon dürre Dunmer, scheint Gefallen daran zu finden, die Ork zu ärgern, als in diesem Moment die stämmige Aphrose Aralovas die Bühne betritt.

    Die Nasenlöcher plustern sich schon fast angeberisch auf, als die füllige Dunmer schnaubend und mit schnellem Schritt, auf Reloori zuhält.

    Direkt vor dem Stand der Ork bleibt Aphrose stehen und starrt ihre Freundin an, die wohlgemerkt, wohl zu ihrer einzigen Freundin gezählt werden kann.

    Blitzschnell wird Reloori klar, dass ihre Tratsch-Freundin etwas zu berichten hat...


    "Hast Du es schon gehört?"

    Die Dünne schweigt, tut auf ahnungslos, da wirklich nichts wissend.

    "Brotayn Gilviro wurde im Kanal gefunden.", prustet die Dicke heraus.

    "Oh, ersoffen, im Suff?", kommt die Gegenfrage, mit einem Hauch von Spott in der Stimme.

    "Ja, durchaus möglich, wäre seine Kehle nicht von einer Seite zur anderen aufgeschlitzt gewesen.", kommt prompt die Antwort.

    "Bei den Drei. Wer könnte...?"

    Die Dicke grinst fast schon triumphierend bei der Reaktion ihrer einzigen Freundin.

    Endlich eine Nachricht, mit der sie beeindrucken kann.

    "Das ist doch klar. Dunruhn...wer sonst....?", antwortet sie dann.



    Reloori hebt eine Braue, streckt den Rücken gerade und nickt dann sachte.

    "Gut möglich. Ich hörte, wie einige ihrer Leute nahezu ausschwärmen, als suchen sie etwas,...oder jemanden.", sagt sie dann.

    "Die Fremdländer?"

    Als Aphrose diese Frage stellt, fängt sie prompt an zu schwitzen, schaut sich um, ob sie gar wer gehört haben könnte.

    "Gut möglich. Sicher ist, die Andaai-Geschwister lassen so schnell keinen entkommen.", kontert die Dürre.

    Aphrose nickt nur, sagt nichts, was im Grunde sonst niemals vor kommt.


    "Aber was weiß ich schon. Sag, hast Du zuletzt Fenond Ondyril einmal wieder gesehen?", will dann die Dünne wissen, als wolle sie bewusst das Thema ändern.

    "Fenond...wie? Wieso?...Nein, natürlich nicht.", reagiert Aphrose sichtlich aufgebracht.

    Reloori grinst.

    "Der ist eh zu schmal gebaut. Lass mal lieber die Finger von dem. Wer weiß, an wie vielen Röcken der schon dran war...", ergänzt sie noch, als die zwei sich dann weiter tratschend und lachend durch Balmora bewegen und die Dinge um Dunruhn im Grunde gar nicht mehr als so wichtig ansehen...


    "Du kannst nicht warten, bis das Leben nicht mehr schwer ist, bevor du dich entscheidest, glücklich zu sein." - Zitat von Nightbirde beim Auftritt bei America´s Got Talent 2021, gezeichnet vom Krebs - gestorben am 19.02.22


    "Nichts hat einen Wert, wenn man nicht dafür gekämpft hat." (zitiert von Enric Milnes aus < Die Alik´r - Zweite Ära>)


    "Niemals tut man so vollständig und so gut das Böse, als wenn man es mit gutem Gewissen tut." (Blaise Pascal, 1623 - 1662)

  • [DB] Wegesruh - vereinzelt auch in manchen Unterkünften der Magiergilde außerhalb von Wegesruh


    Ein Schrieb geht in Wegesruh um, welcher das Siegel der Magiergilde trägt und zu Beginn von Mitgliedern der Gilde verbreitet wurde. Man könnte den Schrieb per Handreichung erhalten, beispielsweise auf dem Marktplatz und während der Einkäufe, er wäre jedoch auch an diversen Stellen innerhalb der Stadt ausgehangen, beispielsweise im Gasthaus „Zur Trüben Neige“. Auch einigen Händlern, welche die Stadt voraussichtlich bald wieder verlassen, wird das Schreiben in die Hand gedrückt.


    Hört! Hört! Bürger von Wegesruh!

    Die Dreugh-Plage hält weiterhin unsere schöne Stadt in ihren Klauen. Die Dreugh sind nicht zu unterschätzen. Doch die Lage ist unter Kontrolle - auch durch das Mitwirken der städtischen Magiergilde.


    Es ist wichtig, in diesen Zeiten zusammenzuhalten. Helft den Flüchtigen, die von außerhalb der Stadt kommen und möglicherweise ihr Obdach oder auch schlimmeres verloren haben.


    Die Stadtwache ist stets bemüht, die Flüchtigen einer genauen Prüfung zu unterziehen, ehe sie in unsere Stadt gelassen werden. Und welcher anständige Bretone hilft keinem anderen anständigen Bretonen?


    Von Ausritten nach Dreughseit oder in die Nähe von Dreughseit wird dringend abgeraten. Sowohl von der Magiergilde selbst, als auch von der Stadtwache und den hier stationierten Löwengardisten, die sich ebenfalls schon bald der Sache annehmen wollen und derzeit Truppen zusammenziehen und Pläne schmieden.


    Sollte es doch zu Begegnungen mit den Dreugh kommen, ist es wichtig, diese bei der Stadtwache zu melden. Besonders wichtig ist mitzuteilen, wo sich die Begegnung ereilt hat, um das Gebiet, in dem die Dreugh unterwegs sind, eingrenzen zu können.


    Die Tiere sind gefährlich und angriffslustig. Jeglicher Kontakt mit diesen Wesen wird mit ziemlicher Sicherheit in einem Angriff der Tiere enden. Lasst euch dies als Warnung gesagt sein!


    Die Dreugh sind zahlreich, wild und koordiniert. Sie greifen in Gruppen an und schrecken nicht davor zurück, Gruppen von Reisenden anzufallen.

    Es ist von höchster Dringlichkeit, Wege zu meiden, die zu nahe an Dreughseit vorbeiführen und es ist dringend angeraten, auf Umwege auszuweichen. Denkt an euer Leben!


    Die Zuständigen tun alles in ihrer Macht stehende, um der Dreugh-Plage Einhalt zu gebieten und die Sicherheit in unserer Stadt wieder herzustellen, die den tüchtigen Bürgern von Wegesruh zusteht!


    Gezeichnet,

    Petyr Alcoven, Mitglied der Magiergilde und derzeit stationiert in der Gildenunterkunft in Wegesruh.



  • [EP]


    neulic19.png


    Balmora auf Vvardenfell, am Kanal...


    Die beleibte Aphrose Aralovas schnauft gewaltig, als sie nun zum dritten Mal die steinerne Treppe rauf und runter schritt, um einige Waren auf eines der Boote zu hieven.

    Mächtig außer Atem lässt sie sich auf einen wackeligen und knarzenden Stuhl nieder, um ein wenig Luft zu holen.

    Der Schweiß rinnt ihr übers Gesicht, als sie ihrer besten, und einzigen, Freundin Reloori Moabvo gewahr wird, die sich ihr leichten Fußes nähert.

    Kaum in Redereichweite schnattert die dürre Reloori auch schon los.


    "Hast Du es schon gehört? Der <Dicke>..."

    Weiter kommt sie nicht, als sie Aphrose prompt nicken sieht und jäh enttäuscht inne hält, dachte sie doch, sie könne ihre Freundin mit einer neuen Nachricht überraschen.

    "Ja. Das spricht sich schnell rum. Der Arme. Ist auf seinem Fest gestorben.", erklärt Aphrose, immer noch schwer atmend.

    "Der Arme? Sprichst Du vom <Dicken>, von schmierigen Oviros Redaathram, den niemand mochte?"

    Aphrose zuckt mit den Schultern.

    "Mag sein, ja. Hast natürlich Recht. Aber den Tod wünscht man doch keinem, nicht wahr?

    Reloori nickt.

    "Weiß man, was passiert ist?"

    "Nicht sicher, nein. Einige sagen, er wäre einfach umgekippt, das Herz. Andere flüstern, er hätte sich beim Liebesakt mit einer Jüngeren übernommen."

    "Ach was...so ein Blödsinn,...wobei?"

    Reloori kann sich ein leichtes Grinsen nicht verkneifen.

    "Es gibt aber auch das Gerücht, man hätte ihn getötet, aufgeschlitzt von oben bis unten.", fügt Aphrose an.


    balmor11.jpg


    So verweilen die Zwei noch eine Weile am Kanal und schnattern wie wild, weiterhin über des <Dicken> Tod.

    "Sein Leichnam soll für einige Tage in der Krypta seines Anwesens aufgebahrt sein.", erklärt Aphrose, die sich dann auch langsam erhebt.

    "Und? Willst Du ihm etwa die letzte Ehre erweisen?"

    "Ein Totenbesuch beim <Dicken>? Bei den Göttern, niemals...", faucht Aphrose. "Komm, lass uns in die Taverne, einen Sujamma trinken."

    "Gibst Du etwa einen aus?", erwidert lachend Reloori, während beide sich in Richtung der Taverne <Zum spitzen Netch> aufmachen.



    dunmer10.png

    "Du kannst nicht warten, bis das Leben nicht mehr schwer ist, bevor du dich entscheidest, glücklich zu sein." - Zitat von Nightbirde beim Auftritt bei America´s Got Talent 2021, gezeichnet vom Krebs - gestorben am 19.02.22


    "Nichts hat einen Wert, wenn man nicht dafür gekämpft hat." (zitiert von Enric Milnes aus < Die Alik´r - Zweite Ära>)


    "Niemals tut man so vollständig und so gut das Böse, als wenn man es mit gutem Gewissen tut." (Blaise Pascal, 1623 - 1662)

  • [DB] Wegesruh


    Ein Raunen ging durch die Menge als mehrere Männer in Begleitung der Stadtwache und einer Hexenjägerin auf den Marktplatz geführt wurden. Mehrere Galgen standen auf einer Tribüne errichtet auf die man die Männer führte und ihnen die Stricke um die Hälse legte. Die Hexenjägerin, eine junge Frau in roter Lederkleidung und mit einem langen blonden Zopf trat vor und öffnete eine Rolle Pergament. Erwartungsvolles Schweigen herrschte.

    "Volk von Wegesruh!", rief die junge Frau mit lauter Stimme. "Iven Berrand, vom Hause Báthory aus Kluftspitze, und seine Vasallen haben sich abscheulicher Verbrechen schuldig gemacht: Entführung von unschuldigen Jungfrauen aus dem gemeinen Volke, dem Besitz von Büchern und Schriften über verbotene magische Praktiken - insbesondere jene über Nekromantie und Blutmagie -, des Vorsatzes mittels Totenbeschwörung untote Sklaven zu erschaffen, Blutdiebstahl, sowie die Ausübung verbotener alchemistischer Praktiken!"

    Buh-Rufe erschollen aus der Menge, man warf mit Dingen nach den Männern die man gerade bei sich hatte. Eier, Salatköpfe, Tomaten und mit Steinen. Die Männer dort oben bei den Galgen störte es nicht. Sie schienen nicht einmal wirklich Kenntnis davon zu nehmen oder den Versuch zu unternehmen sich dagegen zu wehren. Der Ausdruck auf ihren Gesichtern wirkte leer und gebrochen.

    "Den unermüdlichen Ermittlungen und dem beherzten Eingreifen durch Hexenjägern des Ordens ist es zu verdanken das Iven Berrand an seinem Vorhaben, jene unschuldige Frauen in untote Sklaven zu verwandeln, vereitelt werden konnte! Kraft der dem Orden der Hexenjäger verliehenen Autorität durch seine Majestät Großkönig Emeric werden Iven Berrand und seine Komplizen wegen Verbrechen gegen das Volk von Wegesruh und gegen das gesamte Dolchsturzbündnis zum Tode durch den Strick verurteilt! Mögen die Göttlichen ihrer armer Seelen gnädig sein!"

    Die Hexenjägerin rollte das Stück Papier wieder zusammen, hob die Hand und gab damit das Zeichen. Ein Henker legte einen Hebel um und die Falltüren unter den Füßen der Verurteilten fielen nach unten auf. Zeitgleich wurden die Männer durch ihr Körpergewicht nach unten gerissen. Sie zappelten noch eine Weile und schließlich erschlafften ihre Körper. Jubelrufe wurden laut, als das Leben aus den Körpern dieser Verruchten wich. Die junge Hexenjägerin oben auf der Tribüne lächelte als die Menge frohlockte...

  • [DB] Wegesruh

    Ein Stallwart, der auch gleichzeitig Pferdehändler ist erzählte einem Kunden, der auf dem Markt von Wegesruh einen Verkaufsstand führt, dass ein Rothwardone vor einigen Stunden in Wegesruh eingetroffen sei. Er habe bei ihm sofort nach dem Eintreffen zwei Pferde samt Zaumzeug verkauft. Nur seine Waffen und einen ledernen Umhängebeutel habe er bei sich behalten. Auf den Hinweis des Pferdehändlers, wenn er noch weitere Waren aus seinem Beutel verkaufen möchte, er den zentralen Markt aufsuchen sollte, erwiderte der Rothwardone mit einem leichten Lächeln im Gesicht, dass er den Inhalt bräuchte um eine Frau glücklich zu machen und gleichzeitig ein gegebenes Versprechen einzulösen. Weiter erzählte der Pferdehändler er kenne den Mann nicht und kann sich auch nicht erinnern diesen jemals in Wegesruh gesehen zu haben.


    Der Neuankömmling wurde im Gasthaus Zur trüben Neige gesehen und hat sich dort auch ein Zimmer für vorerst sieben Tage mit der Option einer Verlängerung gemietet berichtete eine Angestellte von dort. Nach den Aussagen der Angestellten lautet sein Name Fayek bin irgendwas. Sie hat es nicht so mit den umständlichen Namen der Rothwardonen. Weiter vermutet sie, dass es sich bei ihm vielleicht um einen Händler oder ähnliches handeln könnte.

    Ob die Informationen des Pferdehändlers und der Angestellten aus dem Gasthaus zu Gesprächen und Spekulationen der Einwohner von Wegesruh führen, bleibt vorerst abzuwarten.


    "Der einzig leichte Tag war gestern" Motto der US-Navy-Seals.


    Do not stand at my grave and weep.

    I´m not here. I do not sleep.

    I´m a thousand winds that blow.

    I´m the diamond glints on snow.

  • [DB] Wegesruh


    „Ich sehe gar nichts!“, fluchte die Fischverkäuferin und versuchte auf Zehnspitzen stehend über die Menge an Köpfen hinweg zu blicken die sich auf dem Pier zu einer schaulustigen Rotte versammelt hatten. Nur wenige Augenblicke zuvor war der Tumult losgebrochen. Den ganzen Tag schon hatte sie lautstark versucht ihre fangfrischen Dreughgarnelen, Klieschen und den in Wegesruh beliebten Alcair-Hecht an den Mann zu bringen und das mit großem Erfolg sogar! Seitdem die Tore im Westen und Norden der Stadt verschlossen waren, verirrten sich immer öfter Leute in den Hafen um dort Handel zu treiben. Was ihre Einnahmen in den letzten Monaten enorm gesteigert hatte. Sie hatte gerade einige ihrer Garnelen einem gutaussehenden, wohlhabendem Mann feilgeboten da ging das Getose los! Holz splitterte, Trümmer flogen herum Leute rannten schreiend durcheinander, Leute kamen herbeigeeilt um zu glotzen und zu beobachten was vor sich ging.

    Nachdem sie noch eine Weile erfolglos versucht hatte ihre fangfrischen Fische zu verkaufen, gab sie es schließlich auf über die wild schnatternde Meute hinweg zu schreien und hüpfte hinter den Leuten auf und ab um einen Blick auf das Geschehen zu erhaschen. Sie hatte wilde Rufe und lautes Knurren gehört, aber nicht gesehen was vor sich ging.

    „Was - was geschieht denn da?“

    „Schweig still dummes Frauenzimmer, ich kann nichts hören!“, bellte sie ein dicklicher Herr von vorne an.

    Sie ballte das Gesicht zur Faust, ihre Ohren liefen rot an. Sie war nicht groß, dafür klein und dünn. Also schob sie sich durch die Menge, bahnte sich einen Weg nach vorne, stellte sich hin und wieder auf die Zehnspitzen ob es schon reichte einen Blick zu erhaschen.

    „Was geschieht denn da nur?“, fragte sie in die Menge rein.

    „Ein Bär! Es ist ein Bär!“, hörte sie eine Frau kreischen die ohnmächtig in die Menge fiel und von dieser achtlos liegen gelassen wurde. Die Fischhändlerin schnatterte und schnalzte kopfschüttelnd mit der Zunge. Dieser jungen Dinger. Warum sie immer bloß in Ohnmacht fielen?

    „Ein Bär? Ist ein Zirkus in der Stadt?“, schoss es ihr durch den Kopf. „Oder sind es wieder mal Tierschmuggler die im Hafen aktiv sind?“ Der Hafen war ihrer Meinung nach ein ziemlich verrufenes Pflaster. Wobei sie sich davor hütete das allzu laut zu äußern, immerhin war IHR Fisch auch nicht so fangfrisch wie sie ihn lobpreiste.

    Schließlich hatte sie sich bis fast in die vorderste Reihe gekämpft und stieß dabei gegen einen hochgewachsenen Kaiserlichen in leichter Lederrüstung, bis an die Zähne bewaffnet und mit einem schalkhaften Lächeln im Gesicht. Die kleine Fischhändlerin betrachtete ihn eine Weile und befand, dass der Man auf eine derbe Art und Weise gut aussah.

    Doch ihre Aufmerksamkeit wurde sodann gänzlich von der Szenerie vor ihr eingenommen. Da war ein Kerl, blondes Haar und mit einem sehr gepflegten Bart. Er trug rote Lederkleidung und einen schicken Hut, mit einer großen Reiherfeder bestückt. Einer sehr schönen und imposanten Reiherfeder! Vor ihm riss gerade ein riesiger Bär das geifernde Maul auf – so ein großes Vieh hatte die Fischhändlerin noch nie gesehen und plötzlich wollte sie gar nicht mehr so weit vorne stehen!

    Der Bär stürmte los, sprang auf den Mann zu. Der aber machte einen Satz nach vorne und wie eine Katze segelte er über den Bären hinweg. Dabei warf er seine Art silberne Leine aus die er dem Bären um den Hals wickelte. Mit kräftigem Ruck zog er das Biest zurück und während das Vieh zu Boden stürzte verwandelte es sich in einen jungen Kerl mit braunem, wirren Haar. Nackt war er! Da konnte sie ja kaum hinblicken! Nackt und schmutzig! Die Fischhändlerin staunte jedoch nicht schlecht und erwischte sich dabei wie ihr mitsamt der Menschenmenge ein Raunen entwich.

    „Ein Hautwechsler!“, rief Jemand. „Gestaltwandler!“, ein anderer. „Wechselbalg!“

    Die Fischhändlerin wusste weder mit dem einen, noch dem anderen etwas anzufangen. Davon das ein Bär zu einem Menschen wurde, hatte sie nie auch nur etwas gehört.

    „Das ist schon der Dritte diese Woche!“, hörte sie neben sich eine Frau zu einer Anderen flüstern. „Dieses Pack kommt bestimmt mit den ganzen Flüchtlingen in die Stadt!“

    „Jetzt sind schon Gestaltwandler in der Stadt! Wem soll man da noch trauen können?“, hörte sie einen Kerl neben sich sagen.

    „Ich habe gehört sie fressen Kinder und trinken das Blut von werdenden Müttern!“, kam es von hinten.

    „Versteckt Eure Kinder!“, hörte sie den verzweifelten Ruf einer Frau aus der Menge.

    Als der Mann in rot den Bär-Mann gefesselt auf die Beine zerrte, applaudierte die Menge lautstark, also fiel die Fischhändlerin mit ein und sah sich zu allen Seiten um. Der Kaiserliche den sie eben gesehen hatte löste sich aus der Rotte und ging auf den in rot zu.

    “Nette Tanzeinlage, Monsieur Gelves”, rief er dem Bärenbezwinger beim Näherkommen rau zu. “Einen Moment Eurer Zeit, nachdem Ihr die Situation weitestgehend unter Kontrolle habt.”

    „Haha! Lucan Aurellius! Wieder aus Kluftspitze zurück?“, rief der Mann namens Gelves glockenhell lachend. „Ob ich Zeit habe? Sicher doch! Lasst mich diesen Störenfried hier nur ins Verlies bringen und dann bin ich Euer Mann – was sagt Ihr dazu? Treffen wir uns auf ein kühles Bier im Gasthaus zur Trüben Neige?“

    Den Rest verstand die Fischhändlerin nicht mehr, weil die Menge um sie herum plötzlich wild zu schnattern begann und dann wurde sie zur Seite gedrängt als man für den Mann in rot und dem Bären-Mann Platz machte. Der Fischhändlerin schoss, als sie von den vielen Menschen mitgerissen wurde, der Gedanke durch den Kopf in Zukunft lieber irgendwo anders ihren Stand aufzustellen…

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