
Auf Vvardenfell, auf dem Andaai-Anwesen, nahe Balmora…
Midyn Andaai steht, wie so oft, auf der Terrasse ihres Anwesens und lässt gedankenverloren den Blick über den Amayasee schweifen.
Es gab wahrlich schon bessere Zeiten und die Probleme, die sich in der letzten Zeit aufgetan haben, scheinen mehr, statt weniger zu werden.
Etwas, das tot ist, noch einmal töten zu müssen, kann einen schon mal ins Grübeln bringen.
Er, der eh stets als ein eher in sich gekehrter Mer wirkt, lässt allerdings nie die komplette Fassade fallen, sodass man wohl nie so ganz sicher sein kann, was in seinem Kopf vor sich geht.
Als sich Rienna Arle so lautlos wie immer nähert, ist er wohl keineswegs überrascht über das, was sie mit ihm besprechen oder vorwerfen will.

Rienna Arle will Antworten, die Midyn Andaai aber nur vage gibt.
Die Tötung des Oviros Redaathram, der eigentlich bereits tot sein sollte, hat alles ein wenig durcheinander gebracht und so einige weitere Fragen aufgeworfen.
Wer war am Ende dafür verantwortlich, dass der <Dicke>, wie man ihn gemeinhin zu Lebzeiten genannt hat, als Blutunhold in einem ihrer Kerker gehaust hat ?
Sicher, die <Dunkle> war es wohl, die ihn zu diesen Unhold gemacht hat, der rasend vor Gier nach Fleisch und Blut, unberechenbar war und eine Gefahr für alle dargestellt hat.
Aber wie kam er in ihren Kerker in jenem versteckten Außenposten nahe Balmoras Küste ?
Arle wird sich diese Fragen wohl auch stellen, das ist sicher.
Aber Midyn wird ihr wohl nur ausweichend Antworten geben wollen, oder können.
So bleiben wohl erstmal weitere Fragen offen, die vielleicht seine Schwester, Iveffyn Andaai, hätte beantworten können, so sie denn da wäre.

Man trifft sich auf der Terrasse des Anwesens, um sich final für die anstehende Mission zu besprechen.
Es dauert nicht lange, da gesellen sich Astrotia Blitzschuppe, Dravelyn Voloori und der Bretone Geon Selone dazu.
Arle, die wohl gerne mehr Antworten von Midyn hätte haben wollen, belässt es wohl erstmal dabei, denn es gibt wichtige Dinge zu besprechen.
Der <Dicke> ist jetzt tot, doch die treue Wache Gamam liegt schwerverletzt in den Schlafräumen auf dem Anwesen.
Eine Ansteckung durch den Angriff des Blutunholdes ist wohl ausgeschlossen.
Glück gehabt, könnte man meinen oder dank des schnellen Handelns von Voloori, der sich in den Heilkünsten wohl recht gut auszukennen scheint.
Aber mit der Lösung dieses einen Problems ist ja das nächste nicht behoben und erscheint als deutlich schwerer zu lösen.
Die verletzte Gefährtin Llenri Naral wurde im Tausch gegen Geon Selone auf dem Anwesen und als Gefangene des Erenos Uvalrom zurückgelassen und es gilt nun, sie auf den Klauen des <Metzgers> zu befreien.
Als Pfand soll sie dienen für weitere Schulden, die Dunruhn vermeintlich bei dem <Metzger> hat.
Es gilt jetzt, schnell zu handeln, bevor es für Llenri zu spät sein könnte.

Der getreue Wachmann Gamam wurde schwer verletzt und erholt sich in den Schlafräumen.

Die neue Soldklinge Trelnas hat ein loses Mundwerk und einen ordentlichen Tatendrang.
Die neue Soldklinge Trelnas will sich gar direkt aufdrängen, eine Gruppe zu begleiten, die die Aufgabe bekommt, Llenri zu befreien.
Es ist schnell beschlossen, dass ein unerfahrener Mer wie er, der wohl auch über ein recht loses Mundwerk verfügt, bei so einer heiklen Mission nicht dabei sein wird.
Zu gefährlich wäre es für die anderen, auch wenn er es sicher in seinem Tatendrang nicht direkt verstehen will.
Es gibt bereits einen Plan.
Oder mehrere, um genau zu sein.
Eine Verhandlung mit dem <Metzger> hält man, und da ist man sich einig, für aussichtslos.
Es könnte vielmehr eine Falle sein, mit ihrer gefangenen Gefährtin Llenri als Lockvogel.
Warum Erenos Uvalrom, der in der Vergangenheit eine durchaus rege Geschäftsbeziehung mit Dunruhn zu pflegte, nun so darauf erpicht ist, ihnen schaden zu wollen, bleibt wohl vorerst ein Rätsel und ist in diesem Moment auch nicht von Belang.
Die Gruppe um Astrotia Blitzschuppe, Dravelyn Voloori, Rienna Arle und Geon Selone, wird, auf Geheiß von Midyn Andaai, so schnell wie möglich in den Norden aufbrechen, zum Anwesen des <Metzgers>.
Man wird versuchen, sich unbemerkt Zutritt zu dem Anwesen zu verschaffen und Waffen mit sich führen, um für eine etwaige Konfrontation mit der <Dunklen> gewappnet zu sein.
Ein Kampf gegen eine Vampirin, von der man ihre genauen Kräfte noch nicht einzuschätzen weiß, wird kein einfaches Unterfangen sein.

Astrotias Drohgebärde gegen Midyn versetzt die Versammelten kurz in Aufruhr.
Midyn Andaai scheint vollstes Vertrauen in seine Leute zu haben und will sich wohl gar nicht erst in die genauen Pläne und Abläufe der Befreiungsaktion einmischen.
Seine Zweifel aber, dass Astrotia, die bekannt für ihre Fähigkeiten im Umgang mit ihren Klingen ist und stets zum Tod der Widersacher geführt hat, gegen den <Metzger> im Zweikampf würde bestehen können, nimmt sie dann doch ein wenig persönlich.
Sie macht ihm mehr als deutlich, dass ihre Klingen bereits nach dem Blut des Erenos Uvalrom lechzen und ihr nichts im Wege stehen kann, ihm auch seinen Kopf zu bringen.
Was Midyn über Astrotia am Ende wirklich denkt, wird wohl erstmal keiner erfahren.
Vielleicht ist es doch der Respekt ob ihrer tödlichen Klingen oder sogar Angst, selbst einmal ihr Opfer zu werden, so sich ihre Interessen verändern.

Midyn Andaai gibt den Befehl, direkt aufzubrechen.
So ist also der Plan geschmiedet, die Waffen gewetzt und die Gruppe bereit, aufzubrechen.
Llenri Naral wird befreit, der <Metzger> getötet,...das ist das Ziel...














































































