
Himmelswacht ist eine Hafenstadt an der Ostküste von Auridon. Obwohl Vulkhelwacht an der Südspitze der Insel als das offene Tor der Insel in Hinsicht auf die Migration gilt, liegt Himmelswacht für den Handel zwischen Abekäis und Südliche See deutlich günstiger und kann von den Handelsrouten finanziell profitieren.
Trotz der Offenheit der Stadt gibt es auch hier alteingesessene Altmeri, die sich gegen die Überfremdung der Stadt wehren, wenn sie auch - anders als auf Sommersend selbst - in Unterzahl sind. So kommt es in der Bevölkerung trotz der Vielsichtigkeit nur selten zu großen Rassen- oder Glaubenskonflikten. Die Schönheit der Umgebung, die malerischen Granitklippen, die seichten Lorbeerwälder, die grazilen Lärchen, die blumigen Wiesen und die weiten Sandstrände, mag die verunstimmten Gemüter auch ein wenig dämpfen.

~~~ Geschichte ~~~
| Hier wurde sich im Großen und Ganzen auf die Rollenspielinhalte bis zurück ins Jahr 2018 (2Ä 586) beschränkt. Wer mehr über den Lore-Ort Himmelswacht erfahren möchte, sei auf die Einträge im Tamriel-Almanach und UESP verwiesen. |
2Ä 586
Noch vier Jahre nach der Zerschlagung des Schleiererbes, gab es noch immer Widerstand gegen die junge Königin und das Dominion. Unter dem Banner des Schwarzen Adlers sammelten sich altmerische Nationalisten und Isolationisten, die der Verunreinigung altmerischen Blutes und der Lande nicht mehr ansehen wollten. Zuerst nur durch Flyer bekannt geworden, war nicht bekannt, ob eine große Gefahr von ihnen drohte. Womöglich als Reaktion darauf verließ stellvertretender Administrator Brâen Agrach-Dyrr das Kolleg der Aldmerischen Schicklichkeit und nahm den Posten des Ober-Justiziar zu Himmelswacht an.
Kaum fanden die Bewohner Himmelswacht Ablenkung bei einem Geschichtenabend, einem Tag des offenen Kontors, wo das Handelshaus Altanar Waren aus Valenwald, der Goldküste und Schnittermark präsentierte, und die Eröffnung des Teehauses „Syrabanes Quelle“ durch Bardin Jhaele Kupfergold, ließen neue beunruhigende Gerüchte das Volk aufschrecken: Eine unbekannte Krankheit schien sich auszubreiten, die Benommenheit, Übelkeit und schwarzen Auswurf bis hin zum Tod brachte. Der lokale Thalmor begann sofort mit Hilfe der Magiergilde die Angelegenheit zu untersuchen.
Steigende Präsenz des Schwarzen Adlers und ein Aufruhr in der Taverne zwangen Oberjustiziar Brâen zu einer öffentlichen Bekanntmachung, in der er Mitgliedern und Unterstützern des Schwarzen Adlers schwere Strafen androhte. Vielen ist die Hartnäckigkeit und Effizienz des Oberjustiziaren zu jener Zeit in Erinnerung geblieben. Sich ganz der Transparenz verpflichtet fühlend, hielt Brâen die Bevölkerung durch Anschläge auf dem neusten Stand.
2Ä 587
Auch wenn das Jahr 586 mit dem Schein der Ordnung endete, erschütterte kurz nach den Feierlichkeiten der Nacht der Künste zum Fest des Neuen Lebens eine neue Nachricht die allgemeine Heiterkeit: Es gab einen daedrischen Angriff auf das Kolleg! Was genau sich zugetragen haben soll, variiert trotz vieler Zeugen von Zunge zu Zunge. Von den Ereignissen ließen sich die Bürger der Stadt – trotz Endzeitpredigen einer khajiitischen Mondpriesterin – jedoch nicht zu sehr einschüchtern. Vor allem khajiitische Neuankömmlinge aus Anwil schienen heimisch zu werden: Unter den Bestrebungen von Shifa'asif öffnete das neue Heilerhaus, ein neuer Jäger ging seiner Tätigkeit nach und ein zugewuchertes Haus wurde von Dah'Jihro in eine kleine Schmiede umgewandelt. Etwa zeitgleich richteten das Haus Silvrenil und das Haus Altanar eine Auktion aus, deren Erlöse dem Waisenhaus zu Guten kommen sollten.
Im Regenhand des Jahres hatte Himmelswacht einen weiteren Zuzug zu verzeichnen: Vom Vulkhelwachter Tempel wurde die Priesterin Alassea Telmaren in die Stadt gesandt, um sich vor Ort um das Seelenheil der Bürger zu kümmern. Kam sie erst im Widerhaken unter, hieß das Haus Silvrenil sie schließlich in ihrem Herrenhaus willkommen. Die Priesterin machte sich gleich daran, ein geeignetes Haus zu suchen und lokale Handwerker zur Renovierung anzuwerben, um einen Schrein für die Aedra einzurichten. Finanziert wurde dieser durch Spenden und Erlöse zur Mittjahrsfeier.
Die Sommermonate brachte Ruhe in die Stadt: Die Perfektionierung des Schreins ging voran, die Khajiitpopulation wuchs und der ein oder andere nutzte die Zeit zum Umzug. In diese Zeit fiel schließlich der Rückzug von Oberjustiziar Brâen Agrach-Dyrr aus dem Amt und der Schließung der Niederlassung der Göttlichen Strafbehörde in der Stadt. In seinem Ruhestand kümmerte sich der Altmer fortan als Kurator um den Garten der Königin, wo er auch gleich mit der Erschließung neuer Bereiche begann. Bei den Arbeiten stieß er auf eine Höhle, die vor Urzeiten bereits genutzt worden war. Der Bereich wurde abgesperrt und eine Expedition in das Höhlensystem organisiert. Als kurze Zeit später ein Teil der Khajiit-Schmiede einstürzte, vermuteten einige einen Zusammenhang.
Das Jahr endete mit einer Reise des Hauses Altanar nach Mistral und der Nacht der Magie – einem von der Kämmerei Himmelswacht ausgerichtetem Kostümball.
2Ä 588
Im Frühling zog eine Pilgerprozession unter Führung von Priesterin Alassea nach Vulkhelwacht, um eine Scheinreliquie für den neuen Ahnenschrein nach Himmelswacht zu transportieren. Der Zug stand unter keinem guten Stern und wurde von Banditen angegriffen, die jedoch glücklicherweise ohne Tote zurückgeschlagen werden konnten. Kurz darauf wurde die Reliquie gesegnet und im Ahnenschrein platziert. Nur zwei Monde später machte die Priesterin sich nach Khenarthis Rast auf, um eine heilige Reliquie der Khajiit von der Insel der Drei Tempel zu holen, um den Ahnenschrein um einen khajiitischen Schrein der Windgöttin zu erweitern.
Allgemeine Freude in der Stadt brachte nicht nur ein offener Abend der Magiergilde, sondern auch die Aufführung von Cirantilles neustem Theaterstück im Theater der Praxischen Hegemonie. Es war eine friedvolle Zeit, wenngleich die Gerüchteküche weiterhin brodelte. Besonderer Augenmerk richtete sich auf die Khajiit der Stadt, die – zum Missgefallen traditionellerer Altmer – ihre Läden und Häuser vermehrt in khajiitischer Architektur renovierten.
Ende des Monats Mittjahr geschah ein der grausige Fund: Die Leiche eines Rothwardonen wurde zwischen Treibgut gefunden. Handelte es sich um einen Schmuggler? Die war jedenfalls das weit verbreiteste Gerücht, ehe die Stadtwache die Angelegenheit für geklärt erklärte.
Zum achtjährigen Krönungsjubiläum Ayrenns wurde ein großes Bogentunier veranstaltet, das ausgerechnet der Argonier Arvie-Kar gewann. Traditionellere Altmer waren empört, dass keiner der Ihren gewonnen hatte, doch dem Anschein nach hatte sich kein einziger jener Altmer zum Tunier angemeldet.
2Ä 589
Das Jahr 589 begann mit einem Schock: Der Kunsthändler Erendis wurde tot in seinem Haus bei Mathiisen aufgefunden worden. Was passiert ist, ist unklar, ließ jedoch die Gerüchteküche brodeln.
Ablenkung sollte die Wahl der Maid des Frühlings bringen, die von der Weinkellerei Athor finanziert und hoch angepriesen wurde. Nicht jeder war jedoch begeistert, dass sich altmerische Maiden mit anderen Völkern messen sollten. So riefen Flyer der mysteriösen Flamme Aldmeris dazu auf, die Veranstaltung zu boykottieren.
Der Beginn der Langflossenthun-Saison zur Zweiten Saat wurde dieses Jahr mit einem großen Angelwettbewwerb gefeiert, in dem Elf, Mensch und Katze gegeneinander antraten. Diesmal war es eine Menschenfrau, die Stallarbeiterin Kida, die den Sieg davontragen konnte.
Die Flamme Aldmeris, die mehr oder weniger in der rassistischen Tradition von Schleiererbe und Schwarzem Adler stand, war nicht die einzige Bewegung, die zu jener Zeit in Himmelswacht aufkeimte: Mehrmals wurden Leichen von Fischern wurden am Strand gefunden, die Spuren nekromantischer Rituale aufwiesen. Die Bedrohung hörte erst auf, als der Thalmor eine Operation auf der Mathiisen vorgelagerten Insel Buraniim ausführte und den dort hausenden Nekromantenkult zerschlug. Priesterin Alassea widmete den Opfern eine Bestattungs- und Gedenkzeremonie auf dem Seelenfeuer-Plateau.
Kleiner Änderungen ereigneten sich im Stadtbild: Ein neuer Münzzähler im Münzhaus, das Schließen von Jihros Schmiede und die Eröffnung einer neuen Heilerstätte durch Priesterin Alassea, nachdem Shifa's Heilerhaus bereits vor einigen Wochen die Türen für immer geschlossen hatte. Und ein weiterer Schock: In einem nächtlichen Anschlag waren der Widerhaken verwüstet und Fenster des Waisenhauses eingeworfen, doch zum Glück niemand verletzt worden. Wurde erst die Flamme Aldmeris verdächtigt, tauchten kurz danach Flugzettel der Flamme auf, die die Schuld von sich wiesen und ein Kopfgeld auf den unbekannten Täter aussetzten.
Politische Umwälzungen führten schließlich zur Einrichtung eines Stadtrates. In der ersten offenen Sitzung am 30. Herdfeuer offenbarten sich die Gesichter, die in Folge die Stadt führten: Unter der Leitung von Amtsvogt Brâen Agrach-Dyrr fanden sich Vertreter des Klerus, des Thalmor, der Händler, der lokalen Etablissements und der Gilden zusammen. Als eine der ersten Amtshandlungen strich der Rat geplante Steuererhöhungen und sorgte dafür, dass beim Münzhaus günstige Anleihen für jene, die sich in der Stadt niederlassen wollten, gab.
Nach einer vom Thalmor durchgeführten Verbrennung apraxischer Schriften und der der Einweihung des neuen Lagerhauses vom Handelshaus Altanar, endete das Jahr in gewohnter Tradition mit der Nacht der Magie.
2Ä 590
Der Beginn des Jahres 590 brachte ominöse Diebstähle und ein Großbrand im Hafenbezirk – angeblich wegen falsch gelagerten hochentzündlichen Materialien – mit sich. Überschattet wurden die dunklen Ereignisse allerdings von einer Sehnsucht der Bewohner nach Kultur. Nicht nur erwartete man die Eröffnung der neuen Bibliothek, in den Gärten der Königin wurde eine umfassende Ausstellung zur khajiitischen Kultur erstellt, passend dazu veranstaltete die Magiergilde einen kulturellen Abend mit Vortrag über dasselbe Thema. Beim Frühlingsmarkt fanden sich neben Gildenständen und Verköstigungen mit dem Handelshaus, dem Atelier Vabanque und der Galerie Lloriel gleich mehrere Möglichkeiten Kunst fürs Eigenheim zu erwerben. Auch diesmal rief die Flamme Aldmeris wieder zum Boykott nicht-altmerischer Händler auf, was den Stadtrat veranlasste, eine Sonderkommision gegen diese Gruppierung einzurichten.
Bei einer erneuten Stadtratssitzung, bei der über die Flamme gesprochen wurde, kochte die Stimmung hoch. Thalmor und Amtsvogt lieferten sich vor versammelten Bürgern einen Disput und kurz nach der Sitzung wurden die Gildenmagier Yasaba und Neriendil Camarin, denen die Unterstützung der Flamme Aldmeris nachgesagt wurde, festgesetzt. Einige Zeit später konnte die Flamme Aldmeris zerschlagen werden.
Über vereinzelte Ereignisse wurde nur kurz im Volke gesprochen: Die omminösen Geschäfte eines Kapuze-tragenden Khajiit, die Öffnung des neuen Lokal „Fell und Schuppe“, der Tod einer alten Dame des Mondklerus, Bewegungen im Untergrund, ein Philosophie-Abend in den Gärten und eine neue Gildenhalle für die Magiergilde. Um den Jahreswechsel herum gab es zudem zwei Neueröffnungen: Zum einen richtete fremdländische Handelshaus „Rawlith Jah“ ein Kontor am Hafen ein, zum anderen eröffnete der khajiitische Korbflechter Amunaptran seinen Laden in der Stadt.
2Ä 591
Der Beginn des Jahres 591 brachte einen politischen Umbruch: Erstmals seit dem Verrat der Sippenhochfürstin wurde die bisher stellvertretend durch Thalmor und Stadtrat verwaltete Stadtregierung wieder in mächtige Hände gelegt. Das eingerichtete Amt des Stiftsvogts von Himmelswacht übernahm Elaril Andathar, der geradewegs aus der Hauptstadt des Dominions Eldenwurz hergeschickt und eingesetzt wurde.
Außer dem Wechsel der Verwaltung zeichnete sich das Jahr vor allem durch Ruhe in der Stadt, besonders verglichen mit den Vorjahren, aus. Die Nacht der Magie bildete den Auftakt für eine Reihe von unterhaltsamen Festen, denen später das Mittjahrsfest, eine Tombola beim Korbmacher folgen und das schaurig gestaltete Hexenfest folgen sollte.
Im nahen Mathiisen jedoch eröffnete unter der robusten Ork Ghratka die Akademie der Kriegs- und Kampfkunst, die an beim Öffnen der Pforten auch viele Bürger Himmelswachts anzog. Neben der Besichtigung konnten Besucher auch an Wettbewerben teilnehmen, indem Kraft, Geschicklichkeit und Strategie getestet wurden.
Vor den Toren Himmelswachts fand eine alte Gärtnerei wieder Beachtung. Dame Corenwe Alatheire machte sich daran, die Gärtnerei Himmelsgrün zu beleben, während an anderer Stelle bereits Vorbereitungen für einen groß angelegten Herbstmarkt am Rand des nahen Waldes getroffen wurden. Ein Dutzend Stände wurden aufgebaut, die von heimischen Handwerks- bis exotischen Importgütern, von Speis und Trank bis zu Tinkturen und Salben alles anboten und die Besucher lockten.
2Ä 592
Auch der Beginn des Folgejahres begann mit Feiern und Verköstigung: Zum Herztag lud Nelwaen Quendayn Vinafe vom Sternbildgehöft ein, damit Paare den besonderen Tag in romantischer Atmosphäre verbringen und Junggesellen die Chance, einen Partner zu finden, nutzen konnten. Mehr Naschereien gab es auf einem Kuchenbasar, dessen Erlös der Kasse des Heilerhauses zu Gute kam.
Himmelswacht derweil wuchs weiter. In der großen Schmiede ward ein neues Gesicht gesehen: Der Schmied Calindir nahm dort seine Arbeit auf. Die Magiergilde wiederum erweiterte ihre Niederlassung um ein kleines Regiment vom Orden der Lampe. Lediglich vor den Mauern der Stadt zeigte sich, dass es neben Wachstum auch Vergänglichkeit gibt: Ein Feuer zerstörte die beliebte Waldschenke Zum Blinden Huhn, die trotz üppiger Versicherungssumme (wie man sagt) nicht wieder aufgebaut wurde.
Der Handel blühte! Zumindest schien es so, als das Handelshaus Rawlith Jah eine Versteigerung groß ankündigte und exquisite Waren anpries. Enttäuschung schwang allerdings bei den Besuchern mit: Statt wertvoller Kunst, wurden einfache Alltagsgüter angeboten. Erfolgreicher war sicher die Eröffnung einer Niederlassung der Krämerei und Pfandleihe Nerantalm im nahen Trümmerheim. Nicht viel später allerdings gab es allerdings schwere Rückschläge besonders für den Binnenhandel. Ein starkes Sommergewitter fegte über mehrere Tage über Himmelswacht und Auridon hinweg: Heftige Winde und dichter Regen, durchbrochen von Donner und Blitzen, richteten zwar in der Hafenstadt selbst nur wenig an, begruben allerdings die Straße in den Süden unter einer Welle aus Schlamm und Geröll. Nur durch die freiwillige Hilfe vieler Bewohner konnte der Weg schnell wieder freigeräumt werden.
Im Sommer machte ein Gerücht die Runde: Stiftsvogt Elaril räumte seinen Posten, da er von seiner Familie nach Sommersend berufen wurde. Nur wenige Tage nach dem plötzlichen Aufbruch brach ein Feuer im Herrenhaus der Stadt aus und vernichtete einen Teil der Vogtskanzlei. Zwei weitere Tage dauerte es bis der Nachfolger des Stiftsogts in Erscheinung trat: Die (für elfische Verhältnisse) junge Altmer Pharye Temolire aus Lillandril, die bei Sapiarchen für auswärtige Gepflogenheiten gelehrt hatte und nun im nahen Mathiisen wohnte.
Zum Antritt hatte der neue Stiftsvogt bereits die erste Krise zu meistern. Immer mehr Bürger Himmelswachts trugen Zeichen von Müdigkeit, Verspannung und einem seltsamen Ausschlag, der besonders im Bereich des Rückens auftrat. Nicht nur die Stadtverwaltung, sondern auch das Heilerhaus widmeten sich mit vollem Einsatz der Bekämpfung der auftretenden Krankheit, die zwar sich zwar rasch verbreitete, zum Glück aber harmloser Natur war. Heilerin Saraji-ko und die neue Apothekerin Nibirri sah man durch die Straßen flitzen, bis die Seuche am Anfang des Herdfeuers unter Kontrolle gebracht wurde.
Die kommenden Wochen widmeten sich die Bürger wieder Veranstaltungen und Feste – sei es dem einjährigen Jubiläums des Korbladens, dem Weinfest,eine weitere Versteigerung im Handelshaus oder gar ein Kurs zur Waffen- und Rüstungspflege. Allerdings hegten einige größere Pläne: Auf ein Bürgerbegehren hin versammelten sich die Khajiit zum Rat der Fellstände, um ein Schrein ihres Glaubens in der Stadt zu errichten. Es schien als hätte die Religiösität in Anbetracht der Gefahren der Seuche zugenommen. Nicht nur kam ein Mondpriester aus Düne, um beim Schreinbau zu helfen, zeitgleich wollte der altmerische Priester Fandir eine alte Tempelruine herrichten. Doch während das zweite Projekt schnell abgebrochen wurde, zog sich das erste über viele, viele Monate ohne großen Fortschritt dahin.
2Ä 593
Das Jahr 593 sollte etwas besonderes bringen: Der Ahnenstern, der nur alle 100 Jahre sichtbar ist, sollte in diesem Jahr den Nachthimmel kreuzen und ein wenig seiner Magie über Tamriel verstreuen. Bereits zu Beginn des Jahres versammelten sich ein paar Bürger um den Tag des Neujahrsgebets zu feiern, bei dem Mondpriester Surya-jo eine Geschichte über den Ahnenstern in seinem Glauben erzählte.
Nach Herztag, Mondzuckerverkostung und der Nacht der Magie, konnte sich das Volk von Himmelswacht über etwas Dauerhafteres freuen – zumindest dachte man das zu diesem Zeitpunkt noch: Die Kriegsveteranin Chan'dra erwarb ein altes Anwesen vor der Stadt und richtete es – mit Hilfe von Cousine, Geliebten und Angestellten – her, um das Gasthaus „Zum Goldenen Löwen“ zu eröffnen. Das Gasthaus sollte auch schnell genutzt werden: Bereits zur Eröffnungsfeier waren die hallen gefüllt und auch ein Sternenguck-Abend, eigens organisiert, um dem Lauf des Ahnensterns folgen zu können, fand großen Andrang. Im Festsaal des Gasthauses wiederum trat die sich kürzlich organisierte Handelsgenossenschaft „Gefiederte Kralle“ an die Öffentlichkeit, um den Bürgern der Stadt ihre Ziele näher zu bringen: Der Zusammenschluss von lokalen Händlern und Handwerkern wollte den Handel stärken, die Qualität des Handwerks und seiner Waren verbessern. Gründungsmitglieder waren Händler Kiasi-zar, Korbflechter Amunaptran und Gärtnerin Corenwe.
Während im Kolleg der Aldmerischen Schicklichkeit beschloss, wieder vermehrt öffentliche Vorträge anzubieten – eine Anordnung die vielleicht gar auf den Sapiarchen der Indoktrination selbst zurückging – und dabei auch schnell den ersten Gastdozenten fand, stand den Thalmor-Beamten in Himmelswacht selbst eine schwierige Aufgabe vor: Aus dem Nichts erschütterte eine Verbrechensserie die Stadt: Beginnend mit einem Überfall auf dem Korbladen, hörte man von Diebstählen auf der Straße und Einbrüchen in Geschäfte und Privathäusern gleichermaßen. Der „Geist“ hinterließ dabei keine Spuren, sodass Thalmor und Wache im Dunkeln tappten. Die Verbrechensserie zog sich wenige Wochen, ehe der „Geist“ Anfang des Monats Mittjahr von einer formierten Bürgerwacht auf frischer Tat ertappt und von der Wache gefangen genommen wurde.
Es sollte nicht lange danach dauern, bis es wieder zu einem politischen Umschwung kam. Stiftsvogt Pharye Temolire räumte ihren Posten und es verbreiteten sich Gerüchte darüber, dass ihr eine weitaus prestigeträchtigere Position angeboten wurde. Einen Ersatz sollte es jedoch sogleich geben: Caarandial Cemaine, Veteran der Seesoldaten und treuer Verfechter der Werte des Dominions, wurde zum neuen Vogt berufen. Schon am Tag seiner Amtseinführung erhöhte er die Zölle auf Waren des Dolchsturz-Bündnisses und des Ebenherz-Paktes erheben, was besonders unter den Fernhändlern Protest hervorrief.
Die neue Stadtregierung sollte sogleich vor den ersten Rätseln stehen: Das Büro des Stiftsvogt war noch nicht ganz eingerichtet, als in den Abendstunden regelmäßig ein Nebel über die Umgebung der Stadt zog. Zu dicht war er und sein Auftreten in dieser Jahreszeit zu ungewöhnlich als dass jeder den Dunst als ungewöhnliches Naturphänomen akzeptiert hätte, besonders, da es zu jener Zeit zum Verschwinden mehrerer Fischer auf hoher See kam. Bereits einige Tage vor dem Aufziehen des Nebels hatte man zudem abends Lichter in den Ruinen von Ezduiin nördlich der Stadt gesehen, als würde sich irgendjemand – oder irgendetwas – dort herumtreiben. Während der Vogt versuchte, sein Amt gewissenhaft auszufüllen und sich den Problemen zu widmen, war es seine Frau Ulemaye Cemaine, die ihre Beziehungen nutzte, um sich an die Spitze des lokalen Thalmor-Büros zu stellen und die Untersuchungen vorantrieb. Manch einer lobte den Drang nach Ordnung unter der neuen Stadtverwaltung, doch besonders die fremdländischen Einwohner hinterfragten das autoritäre Auftreten der Verwantwortlichen.
Wirtschaftliche Ängste und gesellschaftliche Repressionen sorgten schließlich dafür, dass der ein oder andere Alteingesessene Himmelswacht dem Rücken zukehrte und zu neuen Ufern aufbrach. Hier ein Gildenmagier, der in seine Heimat zurückkehrte, dort ein Händler, der neue Handelsmöglichkeiten suchte, ein geschlossener Korbladen in der einen Straße, ein verlassenes Haus in der anderen. Manch einer, der das Geschehen beobachtet, mag sich fragen, wie lange es dauern wird, bis Himmelswacht seine Probleme überwinden und an alte bessere Zeiten anknüpfen kann.
| Abschließendes im OOC: Der Hotspot Himmelswacht wurde über viele Jahre mit immer wieder wechselnden Projekten und Spielern im RP belebt. Egal ob Händler, Thalmor, Handwerker, Tee- und Badehäuser - Dutzende von Spielern trugen ihren Teil zum Mosaik von Himmelswacht bei. Manche blieben nur über kurze Zeit, manche Stammspieler waren fast von Anfang an dabei. Diese Stammspieler fielen allerdings in den letzten beiden Jahren Himmelswachts fast alle weg. Den verbleibenden Spielern sehnte es schließlich nach einem Wandel. Daher wurde im Jahr 2025 der Entschluss gefasst, den alten Hotspot aufzugeben und an einem neuen Ort zu siedeln. Dieser kleine Abriss soll dazu dienen, die wechselhafte Geschichte der Stadt in allzukurzen Worten, die dem jahrelangen Rollenspiel kaum gerecht werden können, für die Nachwelt festzuhalten. |