Die Heldinnen wussten, dass sie das Dornenherz der Abscheulichkeit vernichten mussten, doch die Reflexe als Vampir machten es schwierig das Monstrum zu überraschen. Doch der Dornenherz-Vampir schien in erster Linie eine Verteidigungslinie für den Altar zu sein. Daher kam Velynea der Gedanke, dass man ihn womöglich ablenken und die Möglichkeit für einen tödlichen Stoß ermöglichen könnte, wenn sie ihre Kräfte auf den Altar konzentrierte. Tatsächlich schien die Abscheulichkeit nicht angetan von dem Versuchen der Magistra zu sein den Altar mittels ihrer eigenen Magie zu neutralisieren. All seine Aufmerksamkeit fiel von den Kriegerinnen ab und richtete sich nun auf die Magistra. Ihr Plan hatte also funktioniert. Nur leider etwas zu gut. Die Abscheulichkeit hatte keine Schwierigkeit damit die Kriegerinnen zur Seite zu stoßen, auf die Magistra zuzustürmen und seine Klauen um ihren Hals zu legen. Ehe die Magistra hätte reagieren können, hatte das Monstrum bereits zugedrückt und ihr Genick gebrochen, wodurch ihr Körper mit einer banalen Endgültigkeit zu Boden sank. Es machte sich ein Moment des Unglaubens unter den Kriegerinnen breit, die nicht hatten glauben wollen, dass die große Magistra Velynea so einfach zu besiegen sei und eine Täuschung der Magierin vermuteten. Sie nutzten den Moment der Ablenkung aus, tränken ihre Waffen in geheiligtem Licht und stießen ihre Klingen in das schwarze Herz der Abscheulichkeit, woraufhin es zu Staub zerfiel und auch den Zauber über die Untoten brach. Kurz darauf erhob sich der Geist der Magistra auf ihren sterblichen Überresten. Die Dunmer erklärte, dass sie befürchtet hatte, dass so etwas passieren könnte und ihren Geist vorsorglich an einen Geisterstein band für den Fall, dass sie umkommen würde, damit sie weiterhin der Gruppe als spirituelle Führung dienen konnte und nicht nach Aetherius entschwand. Noch nicht zumindest. Dies bedeutete jedoch, dass der Tod der Magistra keine Täuschung sondern tragische Realität war. Unter Anleitung der Magistra, neutralisierten Cinis und Solyana den Bannkreis des Altars und fanden auf diesem mehrere sonderbare Gegenstände, darunter zwei Dornenherzen und zwei Flaschen mit flüssigem Inhalt und Etiketten. Auf einem stand "TOD" geschrieben und auf dem anderen "LEBEN". Die Gruppe entschied diese Gegenstände vorerst mitzunehmen. Solyana nahm den Geisterstein der Magistra an sich, Delia blieb abermals zurück um sich um die Einäscherung des Körpers der Magistra zu kümmern, damit die Asche ihren Weg zurück nach Wegesruh zu einer angemessenen Bestattung finden konnte. Auf ihrem weiteren Weg zur Spitze des Hügels, wo der Turm stand, versperrte ihnen einen mächtige Barriere den Weg. Die Magistra merkte an, dass solche starken stehenden Zauber für gewöhnlich eine Quelle haben mussten, um mit Magie versorgt zu werden und wirkte als habe sie das gesamte Rätsel bereits durchschaut, wolle jedoch, dass die Heldinnen von selbst drauf kamen. Einmal Lehrmeisterin immer Lehrmeisterin... selbst dann wenn die Zeit drängte. Die Kriegerinnen erkannten schließlich, dass die Quelle der Barriere in einem Dornenherz-Baum lag, welcher magische Macht aus dem gesamten Land zog, woraufhin dieses karg und tot wirkte. Zunächst versuchte die Gruppe den Baum einfach anzuzünden, ahnten jedoch bereits, dass dies nicht so einfach werden würde. Um ihnen eine Hilfe anzubieten, merkte Velynea an, dass sie während ihres Studiums der Hexenkünste des Reiks gelesen hatte, dass es pro Zirkel nur einen Dornenherzbaum gab, da diese die Angewohnheit hatten, sämtliche Vegetation um sie herum das Leben auszusaugen und daher keine zwei Bäume nebeneinander existieren konnte. Sehr zum Gefallen der Magistra erkannten die Heldinnen, dass die Lösung des Problems darin lag, einen neuen Reikbaum aus den Dornenherzen, die sie am Altar fanden, heranzuzüchten, damit dieser den Altbaum tötete und somit die Quelle für die Barriere vernichtete. Dies planten sie mit der Flasche mit der Aufschrift "LEBEN" umzusetzen, von welcher sie spekulierten, dass sie ein augenblickliches Wachstum des Neubaumes fördern würde. Um zu verhindern, dass der Altbaum den Setzling das Leben aussaugte, erschuf Solyana um dessen Wurzeln herum ein magisches Feld göttlicher Energie, welches seinen verderbenden Einfluss begrenzen sollte. Anschließend pflanzten sie eines der Dornenherzen ein und begossen es mit der Tinktur des Lebens und -ohne zu wissen ob dies etwas bewirken würde- den Altbaum mit der Tinktur des Todes, mit der Hoffnung diesen zusätzlich zu schwächen. Tatsächlich ging ihre Theorie auf. Der Setzling erwuchs wie ein Parasit aus dem Altbaum, nachdem er sich an dessen Lebensenergie gelabt hatte. So wurde die magische Quelle des Altbaumes vernichtet und die Barriere verlor ihr Kraft, wodurch sie den Weg zum Gipfel des Hügels freimachten. Dort angekommen erreichten sie endlich den alten Wachturm, überzogen mit Spinnenweben und spürbar durchdrungen von dunkler Energie. In ihrer "neuen Form" war Velynea dazu in der Lage Dinge zu erkennen, die ihr als Sterbliche verborgen geblieben wären. So konnte sie erkennen, dass der Arkane Fokuspunkt des Turms sich aus der Macht ihm geopferter junger Frauen mit einer starken Magiebegabung speiste. Junge Frauen, deren Geister und Seelen, ebenso wie einst Velynea, in einer dunklen Zwischenwelt gefangen gehalten wurden. Die geisterhafte Magistra eröffnete den Heldinnen zwei mögliche Vorgehensweisen: entweder sie zerstören den Wachturm und den mit ihm verbundenen Fokuspunkt mit roher Gewalt oder sie würden versuchen ihm seine magische Quelle zu entziehen. Ersteres wäre ein für alle Beteiligten sicheres Vorgehen, da der Turm selber über keine weiteren arkanen Schutzvorrichtungen mehr verfügte. Entweder weil der Urheber nicht dachte, dass jemand so weit kommen würde, oder weil ein weiterer stehender Schutzzauber so nah am arkanen Fokus diesen hätte beeinträchtigen können. Das hätte jedoch bedeutet all die verlorenen Seelen in Not ihrem Schicksal zu überlassen und für immer in der Dunkelheit umherwandern zu lassen. Die Gruppe entschied sich daher einstimmig für die riskantere Vorgehensweise, dem Fokus seine Energie zu entziehen, indem man die gefesselten Seelen und ihre Geister befreite. Also verstreuten sie die Asche der Magistra über die Gebeine der geopferten Frauen, sodass sie in die Geisterwelt übertreten konnte. Der Plan war, dass ihr Geisterstein, an welchem sie gebunden war, ihre Rettungsleine nach draußen sein sollte, sobald sie die Frauen in den Schattenlanden fand. Die Gebete der Paladina und der Hexenjägerin sollten ein zusätzliches Leuchtfeuer in der Dunkelheit sein. Die unbekannte Ritterin und Delia gingen derweil in Verteidigungshaltung nur für den Fall, dass sich doch noch eine Gefahr erhob.
Das Vorgehen der Heldinnen gelang und es war Magistra Velynea, mithilfe ihrer tapferen Gefährtinnen, möglich die gefangenen Frauen aus der Schattenwelt hinauszuführen, so den arkanen Fokus seiner Macht zu berauben und den Einfluss des Turms über die Dreugh zu brechen...
"Und nun? Werdet Ihr nun zu Euren Ahnen nach Atherius übertreten, da Eure Aufgabe erfüllt ist?", fragte Magister Benry und Velynea schüttelte ihren astralen Kopf. "Es gibt noch zu viel zu tun. Ich habe noch zu viel zu lehren, als dass ich nun einfach gehen könnte. Fürs erste verbleibe ich auf Mundus. Mein Tod war nur ein kleiner Rückschlag, ein Preis, der für das große Ganze gezahlt werden musste. Aber ich bin hier noch nicht fertig. Und ich könnte mich keine Telvanni nennen, wenn ich mich von etwas so trivialem wie das Sterben meiner physischen Hülle aufhalten ließe. Ich bin noch nicht fertig.", verkündete die Magistra und sah zu ihrer ehemaligen Leinwächterin.
"Und als erstes werden wir dem Orden der Hexenjäger einen längst überfälligen Besuch abstatten."