Der Orden der Hexenjäger


  • Wegesruh, vor der Amtsstube des Ordens der Hexenjäger...


    Es regnet, wie so häufig in den letzten Tagen, als ein berittener Bote aus Dolchsturz sein Pferd vor der Amtsstube des Ordens der Hexenjäger zum Stehen bringt.



    Er beäugt kurz das Gebäude durch das Visier seines Helms, steigt dann ab und übergibt eine Nachricht zu Händen Kommandantin Vivienne Lorans.

    Es dauert nur einen Augenblick, ehe der Gerüstete wieder sein Pferd besteigt und es durch die Gassen von Wegesruh lenkt und wohl eine der Stallungen aufsucht, um seinem Pferd eine eine kurze Zeit zu gönnen, sich von dem Ritt zu erholen...





    "Du kannst nicht warten, bis das Leben nicht mehr schwer ist, bevor du dich entscheidest, glücklich zu sein." - Zitat von Nightbirde beim Auftritt bei America´s Got Talent 2021, gezeichnet vom Krebs - gestorben am 19.02.22


    "Nichts hat einen Wert, wenn man nicht dafür gekämpft hat." (zitiert von Enric Milnes aus < Die Alik´r - Zweite Ära>)


    "Niemals tut man so vollständig und so gut das Böse, als wenn man es mit gutem Gewissen tut." (Blaise Pascal, 1623 - 1662)

  • Ein Hexenjäger bringt die Schriftrolle sofort zu Kommandantin Lorans. Die Eiserne Lady betrachtet einen Augenblick das Siegel der Schriftrolle und rollt sie ein paar Mal zwischen den Fingern hin und her. An ihrem Schreibtisch stehend entfernt sie das Siegel und liest den Brief von Lady Orlos.


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    Nachdem die Kommandantin den Brief gelesen hat, legt sie ihn für einen Moment auf den Tisch zu den anderen Schreiben die sie dieser Tage erreicht haben. Während ihrer Erkrankung hatte sich einiges angesammelt. Sie beschließt dem Schreiben der Adeligen zuerst nachzugehen, setzt sich und nimmt Feder und Tinte zur Hand. Dann beginnt sie ein Antwortschreiben aufzusetzen. Die Worte fliegen eifrig über das Papier. Rot tropft das Siegelwachs herab und der Stempel der Kommandantin hinterlässt das Wappen des Ordens auf dem Brief an Lady Orlos.


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    Sie ruft einen ihrer Männer herein und übergibt ihm den Brief mit dem Befehl diesen umgehend an Lady Orlos zu Dolchsturz zuzustellen. Ein weiterer Rekrut würde nach den Einsätzen gegen die Reikmannen der letzten Zeit ihre Reihen wieder auffüllen. Eine Gelegenheit die man nicht verstreichen lassen sollte...


  • Wegesruh, im Gasthaus zur Trüben Neige...


    Marc Delacroix hält die Zügel des Braunen locker, während er ihn in die Stadt einreiten lässt und zum nächsten Stall lenkt.

    In Wegesruh war er schon eine Weile nicht mehr, doch scheint sich die Stadt nicht besonders verändert zu haben.

    Ohne den in den belebten Gassen vorbeiziehenden Bürgern einen Blick zu würdigen, steuert er ohne Umschweife den Stallmeister an, der lässig an einem Balken lehnend, den bretonischen Reiter gelangweilt beäugt.

    Münzen wechseln den Besitzer, Worte werden kaum verloren.

    Delacroix wirkt müde, als wäre er tagelang auf dem Braunen gesessen.

    Kaum ist sein Gaul im Stall untergebracht, stapft der Bretone, das Schwert am Gürtel, den einfachem Lederbeutel geschultert, über den durch den Regen der letzten Nacht arg aufgeweichten Boden gen nächste Taverne, die sich sogar ganz in der Nähe befindet.


    Delacroix versorgt zunächst seinen Braunen, ...


    Im Gasthaus zur Trüben Neige, der größten, aber auch einzigen echten Taverne der Stadt, ist die Luft gewohnt miefig, so als hätte man schon eine gefühlte Ewigkeit kein Fenster oder eine Türe zum Lüften geöffnet.

    Es riecht nach Schweiß und Alkohol.

    Eine dieser Geruchsmischungen, die Delacroix nur zu gut kennt und an die er sich im Laufe der Zeit gewöhnt hat.

    Als er sich die Kapuze nach hinten zieht, klatschen seine strähnigen klammen Haare auf seine Schultern.

    Er lässt seine Augen für einen Augenblick durch den Gastraum huschen, dann steuert er einen der freien Tische an, der einerseits ein wenig abseits steht, andererseits immer noch nahe genug, um möglicherweise den einen oder anderen Tavernentratsch aufzuschnappen.

    Das ist zwar gar nicht das Interesse des Bretonen, doch weiß er nur zu gut, dass gerade in den Tavernen Tamriels etwaige Gerüchte oftmals Gold wert sein können, so man in der Lage ist, ihren Wert zu erkennen, und natürlich zu nutzen.


    ...als er sich dann auch schon zur Trüben Neige aufmacht.


    Während er eine der Schankmaiden zu sich winkt, fixiert er für den Moment den Tresen, der selbstverständlich mit allerlei Gästen gut gefüllt ist, ist man da doch direkt an der Tränke.

    Seine Augen verengen sich kurz zu feinen Schlitzen, als er die zwei Altmer dort am Tresen stehen und einander unterhalten sieht, als wäre es das Normalste auf der Welt.

    Er entscheidet sich aber, diesen zwei spitzohrigen Gästen mit der güldenen Haut weiter keine Beachtung mehr zu schenken, was wohl daran liegen kann, dass er bereits eine Menge gesehen hat in seinem erbärmlichen Leben.

    Die Schankmaid, die sich ihm mit einem wohl für die Gäste aufgesetzten Lächeln nähert, schenkt ihn dafür ein etwas besseres Gefühl, insbesondere, als sie sich nach rascher Bestellung mit einer bereits entkorkten Flasche Wein und einen noch leeren Weinkelch nähert.

    Ob es der beste Wein des Hauses ist, den er zuvor orderte, mag man bezweifeln, doch denkt er auch darüber gar nicht mehr nach und macht sich umgehend daran, den noch leeren Weinkelch zu füllen.


    Der beste Wein des Hauses wird ihn heute auf bessere Gedanken bringen...


    Dieses vermeintlich einfache Vorhaben scheint für einen Moment in Gefahr, als seine Hand, die zur Flasche greift, heftig zu zittern beginnt.

    Er hält kurz inne, beäugt das Schauspiel fast ein wenig angewidert, ballt dann aber die Hand zu einer Faust.

    Es vergehen einige Sekunden, ehe er sie wieder öffnet, wohl nun sicher, dass er sie im wahrsten Sinne des Wortes im Griff zu haben scheint.

    Rasch packt er die Flasche, füllt den Kelch und trinkt so gierig vom Wein, dass man meinen könnte, er wäre so gerade eben der gnadenlosen Sonne der Alik´r entronnen, um nicht elendig zu verdursten.

    Flugs wird der Kelch abermals gefüllt und wieder geleert.

    Dass dabei so einiges daneben geht und sich so mancher Tropfen des edlen Getränks aus dem vergorenen Saft der Beeren der Weinrebe den Weg durch wie verfilzten Wirrungen seines Bartes sucht, ist ihm schier egal.


    ...und die nett lächelnde Schankmaid, da ist er sich sicher.


    Die Flasche ist rasch geleert, die zweite bereits geordert, als er sich beim nächsten Besuch der nett lächelnden Schankmaid diese bis auf Ohrnähe heran winkt und ihr einige Worte ins Ohr flüstert, während gleichzeitig einige Münzen von seiner Tasche in die ihre wandern.

    Als sie sich beim Gehen noch einmal zu ihm umdreht und ein weiteres charmantes Lächeln in ihr Gesicht zaubert, weiß er, dass er diese Nacht nicht alleine sein wird.

    Die Gedanken daran, gepaart mit dem zunehmenden Genuss des vermutlich besten Wein des Hauses, scheinen seinem bisherigen Trübsinn hinweg zu fegen.

    Doch vermögen sie die aus den vergangenen Tagen nicht vollends löschen zu können, denn sie schleichen sich immer wieder geschickt und heimlich wie ein geübter Assassine der Dunklen Bruderschaft in seine Gehirnwindungen.

    Auch denkt er unentwegt an das, was wohl vor ihm liegen mag und warum er hier in Wegesruh den Wein trinkt, und nicht in Dolchsturz.


    Ein Tisch, etwas abseits und doch nicht weit weg ist für Delacroix der perfekte Platz im Gasthaus.


    Ein letzter Schluck, dann erhebt er sich erstaunlich sicher ob der doch enormen Menge an Wein, der in rascher Zeit den Weg in seinen Körper fand und macht sich daran, im hiesigen Gasthaus ein Zimmer für die Nacht zu nehmen.

    Auf den Weg zum Gastwirt nickt er noch einmal jener Schankmaid zu und merkt nicht, dass er die ganze Zeit schon beobachtet wird...


    "Du kannst nicht warten, bis das Leben nicht mehr schwer ist, bevor du dich entscheidest, glücklich zu sein." - Zitat von Nightbirde beim Auftritt bei America´s Got Talent 2021, gezeichnet vom Krebs - gestorben am 19.02.22


    "Nichts hat einen Wert, wenn man nicht dafür gekämpft hat." (zitiert von Enric Milnes aus < Die Alik´r - Zweite Ära>)


    "Niemals tut man so vollständig und so gut das Böse, als wenn man es mit gutem Gewissen tut." (Blaise Pascal, 1623 - 1662)

  • Nach einem intensiven Gespräch über die Sündhaftigkeit des Menschen und die Stärke des Glaubens im Amtszimmer der Kommandantin Vivienne Lorans, führte die Eiserne Lady den Anwärter Marc Delacroix in eine Kammer wo er sich einer Prüfung seines Kampfgeschicks unterziehen sollte. Die Kommandantin verwahrte einen versiegelten Seelenstein, der in der Lage war daedrische Kreaturen aus dem Reich des Vergessens zu rufen. Sie entfernte die schützenden Bannzauber und ein Skamp erschien durch ein Portal aus Oblivion. Nachdem er sich im Kampf gegen einen Skamp bewährte und Schild und Schwert dem Orden verschrieb, gelobte er außerdem bis auf Weiteres dem Wein und den Frauen abzuschwören. Marc Delacroix war nun ein Anwärter des Ordens.


  • Schloss Wegesruh, Amtsstube von Vivienne Lorans...


    Die Augen gläsern, ein wenig müde und immer wieder hustend, steht Marc Delacroix an der Türe zur Amtsstube der Vivienne Lorans und reicht den misstrauischen Wachen jenes Schreiben, das an seine ehemalige Herrin Orlos entsandt wurde.

    Das Dokument, gleichermaßen die Eintrittskarte in dieses Haus, wie auch zu einem Gang eines Weges, dessen Ende der Bretone nur schwer erkennen kann, bei dem er sich nicht sicher ist, in den nächsten Stunden die richtige Entscheidungen zu treffen.

    Die Kleidung von Delacroix riecht immer noch genau so muffig, wie schon am Abend zuvor im Gasthaus zur Trüben Neige, wo er sich eine Unmenge an Wein und mit dem nett lächelnden Schankmeid ein Weib für die Nacht gegönnt hat.

    Zumindest konnte er baden, sodass es für seinen heutigen Auftritt vor Vivienne Lorans nicht gänzlich unangenehm ist.


    Kommandantin Vivienne Lorans ist sichtlich enttäuscht von Delacroix und interessiert sich scheinbar zunächst gar nicht wirklich für ihn.


    Nachdem ihn die Wachen haben passieren lassen, steht er auch schon in der Amtsstube von Schloss Wegesruh vor einer durchaus groß gewachsenen Frau, die in einer prächtige Rüstung gehüllt ist und sich im ersten Moment so gar nicht für den bretonischen Gast zu interessieren scheint.

    Kommandantin Vivienne Lorans ist die befehlshabene Offizierin der Kompanie Eisenfaust in Wegesruh, wird ihm sodann erklärt.

    Die jämmerliche Verfassung von Delacroix ist Lorans natürlich nicht entgangen, ebenso wenig sein gestriger Auftritt im Gasthaus, samt nächtlichen Aktivitäten mit jener Schankmaid.

    Lorans ist daher zunächst wenig vom Bretonen angetan, was sie ihn auch offen spüren lässt.

    Delacroix sieht es gelassen, weiß er um die klare Ansprache im Heer, denn so ganz unerfahren mit Schwert und Schild auf dem Schlachtfelde ist er dann auch nicht.

    Er erinnert sich nur ungern an seine aktive Zeit in der Löwengarde, wo er in Glenumbra, im Feldlager bei Merovecs Torheit, zwischen Camlorn und Kreuzgrat unter Kommandant Marone Ales und Sir Lanis Shaldon diente.

    Damals schiss er sich ein, als er der hässlichen Fratze des Untodes Aug in Aug gegenüber stand.

    Da war die Zeit danach bei Madame Orlos schon deutlich angenehmer.


    Trotz all der Reden von Lorans weiß Delacroix nicht, ob er hier am richtigen Ort ist.


    Aber auch die ist vorüber.

    Nun sitzt er hier vor jener <Eisernen Lady>, die ihn im Grunde gar nicht in ihren Reihen wissen will und überlegt die ganze Zeit, ob es nicht besser wäre, einfach aufzustehen und zu gehen.

    Dann soll er noch auf Wein und Weib verzichten, wo doch sonst das Leben schon so erbärmlich ist.

    Für Ruhm und Ehre, für das Gute, und für das Volk das Schwert zu erheben, um sich in einen Kampf gegen finstere Kreaturen zu stürzen, in dem er vermutlich schon in Bälde nicht nur sein Leben verlieren könnte.

    Aber da ist noch der Wille seiner ehemaligen Herrin, sich hier zu beweisen, um ihn, den gescholtenen, vom Wege abgekommenen, ehemaligen Ritter wieder auf Kurs zu bringen.

    Und dieser Wille wiegt viel.

    So fällt dann, nach einigem Zögern und Zaudern, die Entscheidung zugunsten jener Kompanie, um für das Gute einzutreten.


    Im Nebenraum soll sich Delacroix beweisen.


    Lorans entfernt den schützenden Bannzauber vom Seelenstein...


    Doch so schnell geht es dann doch nicht.

    Kommandantin Lorans hat eine Aufgabe für ihn, eine Prüfung, wie es scheint.

    Delacroix versteht das.

    Wer will schon eine Säufer und Weiberheld in den eigenen Reihen haben, ohne zu wissen, ob er überhaupt noch in der Lage ist, ein Schwert zu halten?

    So führt sie ihn in eine Kammer nebenan, wo neben einem Bücherregal, einem Schrank mit diversen Reagienzien auch einen metallenen Tisch zu erkennen ist.

    Auf diesem entlässt sie aus einem versiegelten Seelenstein, der in der Lage war daedrische Kreaturen aus dem Reich des Vergessens zu rufen, eben eine dieser Unholde.

    Ein gar besonders hässliches Exemplar eines Skampen fixierte prompt Delacroix, dessen Aufgabe klar ist.

    So er es schafft, diesen Skamp zu töten, hätte er die Prüfung gemeistert.

    So er scheitert, hätte es sich dann aber auch wohl eh erledigt.


    ...und ein Skamp erscheint.


    Die Kreatur springt auf das Bücherregal und lässt eine metallene Kiste gen Delacroix fliegen.


    Schien Delcroix vorher im Gespräch mit Lorans noch gebrechlich und kränklich, so als würde der Wein jetzt schon fehlen, ist er nun wie ausgewechselt.

    Er spannt den Körper an, dreht sich ein wenig seitlich zum Skamp, das Schwert im Anschlag und ist bereit für den bevorstehenden Kampf auf Leben und Tod.

    Dieser dauert nicht allzu lange.

    Zunächst scheint die Kreatur mit ihm spielen zu wollen, nach dem richtigen Augenblick zu suchen, um zuschlagen zu können.

    Büchern und einer metallenen Kiste muss Delacroix ausweichen, ehe er ihn mit Spott und Häme belegend, zur Attacke provozieren kann.

    Ein geschickter Streich mit dem Schwert, sowie der anschließende Todesstoß mit einem zuvor aus dem Stiefel gezauberten Dolch in den Hinterkopf des Skampen, lässt diesen vor ihm am Boden sein jämmerliches Leben aushauchen.

    Lorans ist zufrieden, auch wenn Delacroix dann doch etwas abbekommen hat, was eine dunkelrote Färbung an seiner linken Schulter erkennen lässt.


    Die finale Attacke steht bevor.


    Als alles vorbei ist, ist Lorans zufrieden und der Bretone ein Anwärter des Ordens.


    So hat der versoffene Delacroix scheinbar doch den Weg gefunden und gilt daher ab sofort als ein Anwärter des Ordens.

    Ob das der rechte Weg sein soll, ist er sich aber nach wie vor gänzlich unsicher.

    Die kommenden Tage werden es zeigen...


    "Du kannst nicht warten, bis das Leben nicht mehr schwer ist, bevor du dich entscheidest, glücklich zu sein." - Zitat von Nightbirde beim Auftritt bei America´s Got Talent 2021, gezeichnet vom Krebs - gestorben am 19.02.22


    "Nichts hat einen Wert, wenn man nicht dafür gekämpft hat." (zitiert von Enric Milnes aus < Die Alik´r - Zweite Ära>)


    "Niemals tut man so vollständig und so gut das Böse, als wenn man es mit gutem Gewissen tut." (Blaise Pascal, 1623 - 1662)


  • Sitz des Ordens der Hexenjäger, nahe Wegesruh...


    Marc Delacroix hat es vorgezogen, seinen Kürass abzulegen, während er auf seinem Braunen an der Küste Sturmhafens entlang zum Sitz jenes Ordens reitet, dem er nun als Anwärter angehört.

    Die Wunde an der linken Schulter, die er bei der Prüfung unter der Aufsicht von Kommandantin Vivienne Lorans im Kampfe mit dem Skampen davon trug, ist keineswegs lebensbedrohlich, schmerzt und nervt den Bretonen aber bisweilen.

    Seine Gedanken schweifen immer mal wieder zu Lorans, dem Skampen und seiner ehemaligen Herrin Orlos.

    Er ist sich wahrlich immer noch nicht sicher, ob er das Richtige tut und ob gerade er, der im Grunde so überhaupt nicht in diesen Orden passt, nicht besser das Weite suchen sollte.

    Als er Wegesruh an diesem Tage verlässt und zum Sitz des Ordens der Hexenjäger reitet, spürt er neben all diesen Zweifeln zumindest eine gewisse Neugier auf das Neue, das Unbekannte, das ihn schon in Bälde erwarten wird.


    Delacroix wird bereits von Offizier Eric Howe erwartet.


    Sein Weg führt ihn einige Stunden an der Küste Sturmhafens entlang.

    Ein Stück des Weges geht es durch einen kleinen Wald, ehe sich ein Weg entlang einer Klippe auftut, wo er in der Ferne bereits die hohen Mauern einer Festung erkennen kann, an der Spitze der Wehrtürme rote Banner mit gekreuzten Schwertern über einen gebrochenen Zauberstab wehen.

    Von den Mauern ertönt der Ruf <Öffnet das Tor!>, als sich dann auch schon das schweren Eichentor knarrend öffnet und Delacroix langsam unter den neugierigen Blicken der Wachleute auf den Mauern einreitet.

    Während er auf dem Vorplatz absitzt, lässt er seine Augen umherschweifen, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen.

    Dabei fallen ihm direkt die verkohlten Überreste eines Körpers auf, der noch in einem Pranger steckt, sowie einige aufgespießte Köpfe, deren Anblick nicht weniger appetitlich wirken, sowie ein recht schlanker Mann, der scheinbar bereits auf ihn gewartet hat.


    Der Braune wird bei den Stallungen der Feste untergebracht.


    Jener Mann ist Eric Howe, Offizier der Kompanie Eisenfaust und wohl schon bestens über Delacroix informiert.

    Seinem fast schon herzlichen und offenen Empfang traut er allerdings nicht und erweckt in ihm im ersten Moment eher das Gefühl, als freue man sich hier über <Frischfleisch>.

    Doch jener Eric Howe ist überaus bemüht, Delacroix alles in kurzer Zeit zu erklären und ihn zumindest für den Moment mit den nötigsten Informationen zu versorgen, den Orden betreffend.

    Nachdem das Pferd in den Stallungen versorgt ist, folgt eine kleine Führung durch die Feste.

    Howe ist in der Tat sichtlich bemüht und macht auf Delacroix von Minute zu Minute einen fast schon symphatischen Eindruck, während er ihm deutlich macht, was die Zurschaustellung der Überreste einiger getöteter Bösewichter zu bedeuten haben und ihm anschließend das Ausbildungslager zeigt.

    Den Begriff <Almuna> hört er allerdings das erste Mal, was Howe sodann veranlasst, ihn grob in die Ordnung des Ordens einzuweisen.

    Er ist sich bereits sicher, dass er schon nur wenige Minuten später das meiste wieder vergessen hat, doch gibt er sich die größte Mühe, dem sich sichtlich mühenden Howe das Gefühl zu vermitteln, er würde alles das, was ihm erklärt wird, aufsaugen und behalten.


    Howe führt Delacroix durch die Feste, zeigt das Ausbildungslager,...


    ...führt ihn in die große Halle...


    ...und zur Kapelle des Ordens.


    Im Inneren der Feste erwartet Delacroix eine große und durchaus imposante Halle.

    Howe scheint in seinen Erklärungen voll aufzugehen und voller Tatendrang, die Delacroix kurz daran erinnern, dass er vor einer gefühlten Ewigkeit auch dieses leidenschaftliche Feuer in sich trug.

    Die Kapelle, die er ihm anschließend zeigt, hat im Orden einen hohen Stellenwert.

    Es ist Stendarr auf den man sich eingeschworen hat, der als Licht in der Dunkelheit der Führer gegen das Böse ist.

    Im Obergeschoß bekommt Delacroix einen kurzen Einblick in die Archive des Ordens.

    Ein Raum, gefüllt mit unzähligen Regalen mit Büchern, Schriftrollen und Dokumenten, bietet eine umfangreiche Sammlung über allerlei Ungetümer Tamriels und das Reich des Vergessens, sowie Aufzeichnungen und Kontrakte.

    Das Herz des Ordens, könnte man meinen.


    Die Archive des Ordens sind gefüllt mit Büchern, Schriftrollen und Dokumenten, ...


    ... wo Howe Delacroix weitere Regeln erläutert.


    Die schnelle Führung durch die Feste ist kaum zu Ende, da winkt bereits eine erste Mission.

    Delacroix wird in diesem Moment klar, dass Howe ein Mann der Tat ist und trotz der mitunter langen und ausführlichen Erklärungen keine Zeit verlieren will, dem Bösen mit Entschlossenheit entgegenzutreten.

    In einem der Zelte des Ausbildungslagers klärt er ihn über die Umstände eines Auftrages auf, der sie prompt wieder gen Wegesruh führen wird.

    Delacroix ist ein wenig überrascht ob seines schnellen Einsatzes, ist er doch gerade erst angekommen und konnte sich nur über den Tod eines Skampen beweisen, doch freut er sich im gleichen Zuge, dass er aktiv sein wird.

    Er sah sich schon im steten Gebet in jener Kapelle und Stunden um Stunden in den Archiven Bücher wälzen.


    Es steht ein erster Auftrag an, der sie gen Wegesruh führen wird.


    Es scheint, als traue man ihm, dem Trunkenbold und Schürzenjäger, doch mehr zu, als man im ersten Moment zugeben will.

    Oder es ist ein weiterer Test.

    Man wird sehen...


    "Du kannst nicht warten, bis das Leben nicht mehr schwer ist, bevor du dich entscheidest, glücklich zu sein." - Zitat von Nightbirde beim Auftritt bei America´s Got Talent 2021, gezeichnet vom Krebs - gestorben am 19.02.22


    "Nichts hat einen Wert, wenn man nicht dafür gekämpft hat." (zitiert von Enric Milnes aus < Die Alik´r - Zweite Ära>)


    "Niemals tut man so vollständig und so gut das Böse, als wenn man es mit gutem Gewissen tut." (Blaise Pascal, 1623 - 1662)


  • Sitz des Ordens der Hexenjäger, nahe Wegesruh...


    Mit glasigen Augen beäugt Marc Delacroix seine rechte Hand.

    Sie zittert.

    Sie zittert in diesem Augenblick gar so stark, dass es ihn ein wenig beunruhigt.

    Keinen Wein, haben sie gesagt.

    Keinen Wein, und keine Weiber.

    Das wäre doch gelacht, würde er das nicht hinkriegen.

    Er ballt die Hand zur Faust, bis es vorbei ist und macht sich dann auf Offizier Howe auszusuchen, der nach ihm verlangt.


    Delacroix schaut nach seinem Gaul, als Howe nach ihm verlangt.


    Offizier Howe hat wohl Neuigkeiten, sowie erste Aufgaben für den bretonischen Anwärter.


    Delacroix hat gerade nach seinem Braunen geschaut, als der Stallmeister ihm erklärt, dass er sich sputen solle.

    Howe hat gerufen.

    Mit schnellen, aber nicht hastigen Schritten überquert er den Vorplatz und steuert das Ausbildungslager an, wo Eric Howe, der schlanke Offizier der Kompanie Eisenfaust, bereits wartet.

    Es gibt wohl Neuigkeiten in Form eines Pergaments, das Howe einem toten Reikmannen bei deren Stützpunkt in den Ruinen von Merohvecs Torheit abnahm.

    Eine gewisse <Mutter Rabenklaue> scheint die Drahtzieherin hinter all dem zu sein, wie Howe erklärt.

    Delacroix nimmt die Informationen zunächst einmal auf, verzichtet aber darauf, seine Meinung kundzutun und belässt es dabei, vorerst Fragen zu stellen.

    Er ist gerade einmal wenige Tage hier und will nicht schon jetzt anecken.

    Was soll Serina davon nur denken, würde man ihr die Kunde von einem weiteren Versagen übermitteln?


    Am Fuße der Feste soll Delacroix eine Schlammkrabbe erlegen.


    ...was ihm auch gelingt.


    Offizier Howe berichtet von einem Dreughangriff auf Wegesruh und vermutet einen Zusammenhang.

    Der erste Auftrag, bei dem Delacroix mitwirken soll, soll wohl gegen jene Dreugh gehen, die Wegesruh attackieren.

    Er gibt zu, diesen Kreaturen bisher noch nicht im Kampfe gegenüber gestanden zu sein und so erklärt ihm Howe, dass es nur mit Schwert und Schild nicht so einfach getan ist.

    Wer will schon gerne von tödlichen Blitzen getroffen und geröstet werden?

    Die <Ätherrüstung> könnte zumindest helfen.

    Ein Trank, der die Abwehr gegen Magie stärkt.

    Kein Wundermittel wohlgemerkt, aber eine Hilfe und es gilt nun, diesen Trank herzustellen.

    Hat sich Delacroix bisher eher darauf konzentriert, Tränke zu leeren, so wird er wohl heute etwas dazu lernen.


    Einen Weißkappenpilz und etwas Wolfsauge gilt es unter dem gestrengen Blick von Howe zu finden.


    Howe will es dem neuen Anwärter aber wohl nicht zu einfach machen und so geht es zunächst darum, die für den Trank nötigen Zutaten zu sammeln.

    Das Chitin einer Schlammkrabbe, einen Weißkappenpilz und etwas Wolfsauge, in passender Dosierung gemischt, wird zu jener <Ätherrüstung>.

    So machen sich die Zwei auf, die nötigen Zutaten zu besorgen, die allesamt in der Nähe der Feste zu finden sein sollen.

    Außerhalb der Mauern der Feste geht es zunächst den recht steilen Abhang zum Strand hinab, was Howe fast schon spielerisch leicht löst.

    Delacroix, inzwischen in seine einfache Rüstung gehüllt, fühlt sich doch ein wenig herausgefordert und schafft es auch unversehrt bis nach unten, wobei sein Atem deutlich erhöht ist und sich erste Schweißperlen auf der Stirn bilden.

    Eine Schlammkrabbe ist schnell gesichtet und von Delacroix mit nur einem Hieb erlegt.

    Auch der benötigte Pilz, sowie die Pflanze werden gefunden.

    Delacroix könnte sich etwas angenehmeres vorstellen, als im Boden zu graben, um eine gesuchte Pflanze samt Wurzel aus dem Erdreich zu holen, während der dürre Howe wohl sichtlich Freude daran hat, ihn zu prüfen und ihn aber auch immer mal wieder zu körperlichen Anstrengungen zu provozieren.


    Delacroix hat alle Zutaten finden können. Auf dem Weg zurück zur Feste will Howe einen Wettlauf.


    Beim von ihm ausgerufenen Wettlauf zurück zur Feste hat Delacroix keine Chance gegen einen schlanken, scheinbar trainierten Jüngling.

    Doch soll er sich ihm mal an der Theke im Gasthaus zur Trüben Neige stellen.

    Da würde er ihm die Grenzen aufzeigen, ist er sich sicher.

    In einem der Zelte des Ausbildungslagers stellt Delacroix dann, die genauen Anweisungen von Howe befolgend, jene <Ätherrüstung> her.

    Er muss zugeben, dass es ihn schon auch ein wenig freut, nun zu wissen, wie so etwas geht.

    Während er jenen Trank in Händen hält und beäugt, ertappt er sich dann allerdings auch bei dem Gedanken daran, was wohl nötig wäre, um einen erlesenen Wein herzustellen.


    Die <Ätherrüstung> wird hergestellt.


    Nun wird es aber wohl zeitnah gegen diese Dreugh gehen.

    Er ist gespannt, ob die <Ätherrüstung> dann auch das verspricht, was Howe anfangs erklärte.

    Es wäre gut.

    Nur ungern würde er, gegrillt von deren Blitzen, im Schlamm vor Wegesruh sein Leben aushauchen wollen...


    "Du kannst nicht warten, bis das Leben nicht mehr schwer ist, bevor du dich entscheidest, glücklich zu sein." - Zitat von Nightbirde beim Auftritt bei America´s Got Talent 2021, gezeichnet vom Krebs - gestorben am 19.02.22


    "Nichts hat einen Wert, wenn man nicht dafür gekämpft hat." (zitiert von Enric Milnes aus < Die Alik´r - Zweite Ära>)


    "Niemals tut man so vollständig und so gut das Böse, als wenn man es mit gutem Gewissen tut." (Blaise Pascal, 1623 - 1662)

  • Nachdem Gerüchte über eine Wünsche erfüllende Hexe Nahe Wegesruh die Runde machten, war es nur eine Frage der Zeit bis der Orden der Hexenjäger darauf reagierte. Doch die Kräfte des Ordens in der Hauptstadt mussten derzeit gegen die angreifenden Dreugh aus dem Westen Sturmhafens mobilisiert werden. Es tauchten kurzer Hand überall in der Stadt Flugblätter auf, mit denen die Monsterjäger nach Söldnern suchten die sich auf Hexenjagd begeben sollten...


    Flugblatt.jpg

  • (Da die Gerüchte im alten Forum leider verloren gingen, soll an dieser Stelle eine kurze Übersicht an bisherigen Geschehnissen gegeben werden.)

    Was bisher geschah…



    Donnern auf den Straßen. Der Klang zahlreicher Stiefel hallte von den hohen Wänden der Häuser Wegsruh wider, als eine Kompanie Soldaten mit roten Bannern in der Stadt eintraf und zum Schloss zog. Sie trugen weiße Gewänder, manche silberne Plattenrüstungen. Auf den Bannern prangten gekreuzte Klingen über einem gebrochenen Stab. Hier und da hatte man bereits von ihnen gehört, doch nur Geflüster, Gerüchte. Jetzt waren sie hier, im Herzen Sturmhafens. In Wegesruh: Die Hexenjäger.

    Nach der Zerschlagung des Boethia Kults unter der Führung des „Schakals“, sah der Großkönig sich gezwungen Ermittlungen durchführen zu lassen. Doch wer sollte dem nachgehen? Die Stadtwache? Nicht ausgebildet genug, zu wenig Fingerspitzengefühl. Die Kriegergilde? Söldner. Der Orden des Lichts jagte schwarze Magier, Abtrünnige der Gilde die gegen deren Gesetze verstoßen hatten. Doch würden sie helfen?


    Der Orden der Hexenjäger erschien zum rechten Zeitpunkt auf der Bühne. Krieger die geschworen hatten Abscheulichkeiten, schwarze Magier und Daedra zu jagen und zu richten. Gesandt von der ehrwürdigen Kirche Stendarrs! Sie bezogen in der Stadt Quartier. Im Schloss richtete man eine Amtsstube ein, in der die Monsterschlächter ihrem Tagesgeschäft nachgehen konnten. Binnen kürzester Zeit waren in der ganzen Stadt Flugblätter aufgetaucht – der Orden rekrutierte neues Blut für ihre Reihen.

    Kurz nach den Geschehnissen rund um den Schakal, bekam es das Haus der Wissenschaft mit dem Orden zu tun. Die Kommandantin der Kompanie Eisenfaust, Vivienne Lorans – auch die „Eiserne Lady“ genannt -, stattete den Forschern einen Besuch ab. Es wurde sich mehrfach über das Haus der Gelehrten beschwert. Seltsame Lichter, ungewöhnliche Geräusche. Der Ruf des Hauses hatte während der Boethia-Krise gelitten. Angst uns Misstrauen beherrschte dieser Tage den Geist der Stadtbewohner. Das forsche Auftreten der Kommandantin stieß auf wenig Gegenliebe, Monsieur al-Rashid sah sich gezwungen die Ritterin des Hauses zu verweisen, musste sich jedoch rasch an das Gewicht von Ketten und wenig später ans Verlies gewöhnen. Madame Barneau sei Dank konnte Namir al-Rashid rasch in die Behaglichkeit seines Heims zurückkehren. Eine offizielle Entschuldigung des Großmeisters, ob der groben Behandlung des Gelehrten, folgte alsbald. Der Orden versicherte er würde alles dafür tun das Haus der Wissenschaft zu schützen um ihre Hingabe und Einsatz für die Stadt in der Vergangenheit zu ehren.


    Unweit von Wegesruh, entdeckten Hexenjäger während einer Patrouille eine alte Ruine die von Barbaren aus dem Reik besetzt war. Die Reikmannen führten dort Ausgrabungen durch. Unter Kommandantin Lorans Führung stürmten die Hexenjäger die Ruine, zerschlugen die Kräfte der Reikmannen vor Ort und öffnet einen Zugang in die tiefergelegenen Verliese. Gemeinsam mit der Magierin Aethyra Marethi, die Inhaberin des „Emporium Arcanums“ in Wegesruh, versuchte Kommandantin Lorans das Geheimnis der Ruinen zu lüften. Am tiefsten Punkt der Katakomben entdeckten sie eine Jahrhunderte alte Bibliothek, mit uralten Folianten und mächtigen Wälzern. In dem Archiv gab es einen Durchbruch der in eine Grotte führte, wo sie ein daedrisches Artefakt bargen das allem Anschein nach Hircine geweiht war. Das Relikt wurde daraufhin zur sicheren Verwahrung in die Feste der Hexenjäger nahe Wegesruh gebracht.


    Die Stadt verfiel in Aufruhr, als wenige Tage später Vicomte Marcois Feuniller von den Hexenjägern, in Begleitung der Stadtwache, aus seinem Anwesen in Wegesruh gezerrt und auf den Marktplatz geführt wurde. Man hatte Leichen im Heim des Adeligen gefunden, Bücher über Blutrituale und schwarze Magie. Mit dem Blut der Toten war ein Zauberkreis auf den Boden des Hauses gezeichnet wurden; ein Tagebuch deckte dessen finsteren Absichten auf: Der Sturz der Adelsfamilien und des Großkönigs, mit Hilfe von daedrischen Mächten. Marcois Feuniller wurde noch am selben Tag erhängt. Was folgte waren zahlreiche weitere Durchsuchungen und noch mehr Hinrichtungen. Er galt bis dahin als großer Kritiker gegen das harte, erbarmungslose Vorgehen der Hexenjäger während ihrer Ermittlungen in der Stadt. Ein Vorwand um seine eigenen durchtriebenen Pläne zu verschleiern -so war man rasch sicher.


    Einige wollten auch gesehen haben wie Madame Marethi von den Soldaten des Ordens von ihrem Laden zur Feste der Hexenjäger eskortiert wurden war, um dort dem Großmeister überstellt zu werden. Einige freuten sich darüber, dass die Dunmer wohl nie wieder zurückkehren würde. Allerdings verlies die Madame wenig später die Feste bereits wieder und wurde freundlicherweise von den Soldaten zurück in ihr Heim eskortiert. Eine Schande, wie manche der Beobachtenden fanden…


    Derweil setzten Männer des Ordens gemeinsam mir Streitkräften der Löwengarde den verbliebenen gen Glenumbra fliehenden Reikmannen nach. Bei Merovec’s Torheit konnten sie die Nordlinge schließlich in einer Großoffensive vernichtend schlagen. Einer Gruppe Späher war es zuvor gelungen den Ketzern den Fluchtweg abzuschneiden, indem sie ihre Boote verbrannten. Der Spähtrupp hatte überdies Meldung über Ausgrabungen in den Ruinen gemacht. Ein weiteres Artefakt Hircines war nach der Schlacht sichergestellt und in die Obhut des Ordens der Hexenjäger übergeben wurden.


    Für eine Weile kehrte Ruhe ein, bis eines Tages Berichte aus dem Westen der Stadt die Amtsstube des Ordens erreichte. Dreugh hatten sich den Stadtmauern genähert und hätten dort arglose Bürger überfallen. Sie waren rasch aufgetaucht, verrichteten ihr blutiges Werk und verschwanden plötzlich. Kommandantin Lorans ließ der Sache nachgehen, forderte jedoch Unterstützung in der Feste an. Weitere Hexenjäger reisten in die Stadt um sich der Sache anzunehmen.

    Fast zeitgleich kamen Gerüchte über eine Wünsche-erfüllende Hexe auf, die irgendwo um Wegesruh Pakte mit Daedra anbot. Ein bettelarmes Mädchen wurde plötzlich die Frau eines Adeligen, ein Krüppel konnte wieder gehen. War dies alles nur Zufall? Oder bahnte sich doch größeres Unheil an…?

  • Rekrutierung


    Es war ein seltsamer Abend gewesen. Kommandantin Lorans hatte nicht damit gerechnet, dass zu so später Stunde ihre Stube noch voller Besucher sein würde. Eben hatte sie noch mit dem Großmeister gesprochen als die Tür auf ging und eine Bosmer eintrat. Solyana Coste, eine Ritterin vom Orden der heiligen Hand – den es jedoch nicht mehr gab – stellte sich vor. Sie hatte das Flugblatt gesehen und wollte sich der Hexenjagd anschließen. Wenig später gesellte sich ein Dunmer hinzu, Llovryn Velas, wie sie nach ihrem Treffen erfuhr.


    Der Dunmer kam jedoch aus völlig anderen Beweggründen zum Orden. Es hätte wohl keiner der Anwesenden ahnen können, das er noch am selben Abend ins Gefängnis abgeführt werden würde. Llovryn Velas gestand das er die Hexe aufgesucht und ihre Dienste in Anspruch genommen hatte. Sein Leben lag in Scherben und beflügelt von den Gerüchten die in Wegesruh kursierten, machte er sich auf einen Wunsch erfüllen zu lassen. Sein Schmerz war der Preis für die Liebe seines Vaters und das Heil seiner Familie. Doch wie so oft bei Handeln mit verbotenen Zaubern brachte der Wunsch nichts in Ordnung. Zu spät erkannte der Dunmer seinen Fehler und versuchte Hilfe beim Orden der Hexenjäger zu erlangen.


    Doch der Orden… Hatte seine eigenen Gesetze. Solyana Coste kannte sie. Verbindungen zu Daedra, Nutznießung von verbotenen Praktiken – als Ritterin Stendarrs wusste sie, dass nur der Tod die angemessene Strafe sein konnte. Llovryn Velas erbleichte. Von einem Moment zum nächsten war er selbst der Schurke in dieser Geschichte geworden.


    Doch, er hatte Glück. Denn Velynea Maryon erschien als Dritte Besucherin des Abends auf der Bühne, ihres Zeichens Magistra der Magiergilde zu Wegesruh. Sie hatte die arkanen Energien zu einer Höhle zurückverfolgt, wo Velas und besagte Hexe ihren Handel geschlossen hatten. Der Hochmagus, ja der Erzmagier selbst boten ihre Hilfe bei der Verfolgung der Hexe an, Magistra Maryon solle als Mittlerin fungieren. Sie machte deutlich das Llovryn einen Wert für sie besaß und lebendig ihnen deutlich nützlicher war. Solyana Coste, Streiterin für Gerechtigkeit und Mitgefühl unterstrich das Velas sich durch Dienst von seiner Schuld reinwaschen sollte.


    Sie hatten Recht. Auch wenn Llovryn Velas wie ein armer Wicht wirkte, so war er der Einzige der die Hexe bereits gesehen und mit ihr zu tun hatte. Er besaß verzauberte Gegenstände von ihr, die in seiner Heimat in Gramfeste lagen. Somit war er ihre erste wirklich greifbare Spur in diesem Fall. Kommandantin Lorans nahm die Hilfe der Magiergilde an und bestimmte Solyana Coste und ihren Ersten Offizier Eric Howe zur Eskorte von Llovryn Velas, der den Auftrag erhielt die Beweismittel aus seinem Familiensitz zur Feste des Ordens zu überführen.


    Als der Dunmer schließlich ins Gefängnis abgeführt, die Magistra zur Gilde zurückgekehrt war und Solyana Coste los zog ihre Ausrüstung zu holen, kehrte für einen Moment Stille in der Amtsstube ein. Die Kommandantin saß im Schein des Kerzenlichts am Tisch und starrte die Papiere vor sich mit leerem Blick an. Dann klopfte es an der Tür, einer ihrer Männer kam herein und legte ein Dokument auf dem Tisch ab. Sie scheuchte ihn weg, las den Bericht auf dem vergilbten Papier. Ein Lächeln umspielte ihre Lippen.


    Eine Alchemistin hatte vor der Stadt verbotene Pflanzen und Reagenzien versucht zu verkaufen. Anscheinend hatte sie nichts von der Anwesenheit des Ordens in der Stadt gewusst und war bei frischer Tat von den Hexenjägern ertappt und in Gewahrsam genommen wurden.


    Vivienne nahm Feder und Tinte zur Hand, schrieb einige Zeilen unter den Bericht. Sie pfiff den Mann von eben herein, übergab das Papier und schickte ihn in die Kerker. Dann trat sie ans Fenster, verschränkte die Arme hinter den Rücken und sah hinaus in die tiefschwarze Nacht…



  • Heimkehr


    Schatten. Überall nur Dunkelheit. Krallen die nach seiner Kehle packen, die Schreie und Rufe der Anderen. Die Schatten greifen nach ihnen, ziehen sie in die Dunkelheit. Ein Lachen ertönt. Schweißgebadet fährt Eric aus dem Schlaf, ein stummer Schrei auf seinen Lippen. Der Regen prasselt sanft und beruhigend gegen die Scheiben des Fensters. Es ist Nacht, tiefschwarze Nacht. Die Straßen vor dem Gasthaus werden vom Schein der Laternen erhellt. Es ist still in ihrem Zimmer.

    Der Hexenjäger reibt sich die Augen und versucht damit den Alptraum fort zu wischen. Seufzend erhebt er sich schließlich und geht hinüber zum Waschbecken um sich etwas kaltes Wasser ins Gesicht zu klatschen. Er hebt den Blick und schaut lange in den Spiegel hinein. Wassertropfen sammeln sich an seinem Kinn und fallen platschend wieder zurück in die Schüssel.

    „Du hast einen harten Tag hinter dir.“, sagt er seinem Selbst im Spiegel und trocknet sich das Gesicht mit einem Handtuch ab. Sein Blick wandert zu den anderen Betten im Raum, zu Llovryn und Solyana. Cordè ist anderweitig untergekommen und Magistra Velynea… Tja, was wohl aus ihr geworden ist?


    Dabei hatte der Tag doch so gut angefangen! Erst hatte er von diesem dümmlichen Bauern diesen sturen Esel für zehn Goldstücke abgekauft um seine Tarnung zu vervollständigen. Felix DuBois, Waldarbeiter und Holzfäller! Er hatte Solyana Coste und diesen Dunmer, der mit der Hexe einen Pakt geschlossen hatte, vom Schloss abgeholt und gemeinsam waren sie zur Magiergilde gegangen. Diese Magistra hatte sich wirklich sehr darüber aufgeregt, dass der Esel den Teppich mit Schmutz besudelt hatte.


    Eric schmunzelt kurz bei dem Gedanken.


    Trotzdem öffnete sie ein Portal für sie das sie geradewegs nach Gramfeste bringen sollte. Doch da begann der Schlamassel: Das Portal brachte sie nicht wie erwartet zur Magiergilde, sondern spuckte sie über einem See vor der Stadt aus. Der Esel, Barnaby hatte Eric ihn genannt, blökte und meckerte über dieses plötzliche Bad. Coste wäre in ihrer schweren Paladin-Rüstung beinahe ersoffen. Er und Llovryn wollten ihr helfen, sie ans Ufer bringen. Zum Glück hatten sie ja eine Magierin dabei die kurzerhand eine Welle beschwor die sie allesamt ans Ufer schwemmte: Angeberin!

    Als sie sich vom Schock erholt hatten und Velynea darüber lamentierte das all dies nicht hätte geschehen dürfen, machten sie sich Auf ihren eigentlichen Auftrag auszuführen. Den Acht sei Dank wurden sie nicht von irgendwelchen Wachen aufgehalten, als sie pitschnass und schlammbedeckt von Llovryn geführt durch die Stadt zogen um das Anwesen seines Vaters aufzusuchen. Das Anwesen der Velas lag auf einem Hügel etwas außerhalb der Stadt. Ein beeindruckendes Bauwerk umgeben von hohen Bäumen und Pilzen. Pilze! So große Pilze hatte Eric in seinem ganzen Leben noch nicht gesehen. Doch ganz Gramfeste wirkte an diesem Tag grau und trostlos. Es regnete als würde der Himmel über den armen Llovryn und sein Leid weinen.

    Im Hause der Velas wurden sie von Llovryns Vater empfangen, größer als sein Sohn und allgemein von gesünderem Aussehen. Erics Amulett schlug direkt aus, als sie die Türschwelle überschritten hatten. Es reagierte auf die verzauberten Gegenstände ganz in der Nähe und als der Vater zu sprechen begann, erkannte man auch direkt das Ausmaß der Bezauberung durch die Hexe. Velynea wurde unruhig, mahnte zur Eile. Ach, hätte er doch gleich auf sie gehört. Hätte er doch nur für diesen einen Augenblick seine Abneigung gegenüber Magiern zur Seite geschoben, einen Augenblick lang seine Arroganz hintenangestellt. Wenn er Velas und Coste zur Eile getrieben hätte… Möglicherweise wäre Magistra Velynea dann noch bei ihnen. Er mochte Magier noch nie. Aber Velynea hatte nicht verdient was mit ihr geschehen war.


    Es musste etwas mit dem Bannkästchen zu tun gehabt haben, da war sich Eric sicher. Als Llovryn den Fingerknochen seiner Mutter in die verzauberte Kassette gelegt hatte ging der Ärger los. Es bebte, die Lichter erloschen! Eric sprintete zur Treppe, hinunter zu den Beiden.

    „Beeilt euch! Wir brauchen den Brief noch!“, hörte er sich selbst sagen.

    „Nein, wir müssen hier raus! Sofort!“ Die Stimme von Magistra Velynea klang besorgt.

    Als sie ins Obergeschoss zurückkehrten, erhob sich eine Schattengestalt aus den Flammen. Die Hexe sprach zu ihnen. Ein geschlossenes Geschäft könne nicht rückgängig gemacht werden, sagte sie. Sie alle würden nun den Preis zahlen müssen. Die Flammen erloschen und Dunkelheit breitete sich aus.

    „Ihr müsst hier raus, bringt den Fingerknochen zur Gilde…“, hörte er Magistra Velyneas Rufe, ehe sie plötzlich verstummten.

    Vermutlich war es allein Solyana Coste zu verdanken, dass sie lebendig aus dieser Hölle entkommen konnten. Die Ritterin rief Stendarr an und erschuf um sie eine Kuppel aus gleisendem Licht, die die Schatten zurückdrängten. Innerhalb der Barriere konnten sie dem Haus entkommen. Doch vor dem Anwesen versuchten die Schatten Llovryn in ihre Domäne zu reißen. Eric wirbelte herum. Rasch trug er den Klingenüberzug „Zauberbann“ auf, schlug nach dem Handgelenk der Klaue die Llovryn an der Kehle gepackt hielt. Aus Costes Fingern brach Feuer aus reinem Licht hervor und gemeinsam gelang es ihnen den Angreifer rasch abzuwehren.

    Irgendwo in der Dunkelheit erschien ein weiteres Licht, eine vertraute Stimme rief nach ihnen. Cordè, die Ritterin vom Orden des Lichts die draußen vor dem Anwesen gemeinsam mit dem Esel hatte warten müssen. Sie nahmen die Beine in die Hand und hielten auf das Licht zu. Als der Überrest ihrer geschrumpften Gruppe das Anwesen hinter sich gelassen hatte und sie zurückblickten, war alles verschwunden. Nichts zeugte mehr davon das hier einst ein Gebäude samt Bewohnern gestanden hatte. Llovryn war am Boden zerstört und Solyana musste ihn außer Gefecht setzen damit sie schleunigst von dem Hügel verschwinden konnten. Wenn hier Wachen auftauchten um herum zu schnüffeln und sie noch dort gewesen wären, hätte sie das in große Schwierigkeiten bringen können. Cordè war außer sich… Verständlicherweise. Immerhin war ihre Herrin ins Reich des Vergessens gezogen wurden. Doch sie erkannte das es ihnen nichts brachte zu streiten. Sie mussten weg, irgendwo unterkommen. Sie entschieden in der Magiergilde Zuflucht zu finden. Da sie Wegesruh per Portal nicht ansteuern konnten, mussten sie sich eine Alternative einfallen lassen. Die Magierin hatte sie gewarnt, dass wohl die negativen Energien der Hexe den Fluss der Magicka um Wegesruh stören könne - deswegen auch das verpatzte Portal!


    Und hier sind sie nun.

    Eric, der sich wieder auf sein Bett setzt, blickt noch einmal zu den beiden schlafenden Elfen. Sein Blick gleitet zum Fenster. Wenn sie nach Dolchsturz gelangen würden, könnten sie von dort aus den Weg nach Sturmhafen einschlagen. Er schüttelt den Kopf. Hilfe von Magiern… Obdach und nun auch noch ein Rücktransport. Aber was für eine Wahl haben sie? Per schiff würden sie Wochen brauchen um zurückzukehren. Wer weiß, welchen Schaden die Hexe in dieser Zeit noch anrichtet? Nein, er muss seinen Stolz bändigen. Diese Sache ist größer und die Hexe gefährlicher als sie angenommen haben. Der junge Mann legt sich wieder hin und zieht die Decke bis unters Kinn. Er schließt die Augen in der Hoffnung von weiteren Alpträumen verschont zu bleiben.


  • Mit dem Kopf durch die Wand


    Es ist spät am Abend als Eric das Gasthaus verlässt. Die Kleidung die er in Gramfeste von einigen Wäscheleinen zusammen gestohlen hat passt ihm ausgesprochen gut, wirkt hier in Dolchsturz jetzt jedoch wahrlich deplatziert. Er würde später noch durch ein paar Gärten schleichen und sich etwas passendes suchen.

    Während er der Straße Richtung Stadttor folgt, schweifen seine Gedanken zurück zu den Ereignissen des Tages:


    Er war sich sicher das der Plan der Ritterin Cordè Gardner nicht aufgehen würde, als sie heute Morgen in ihre provisorische Schlafstube kam um ihnen mitzuteilen das die Gilde sie nicht alle durch das Portal nach Dolchsturz zurückschicken würde. Eric sah schon vor seinem inneren Auge wie er mit seinem Dolch die Meinung der Magier würde ändern müssen, doch Cordè hatte eine Idee die weniger… Drastisch war. Sie wollte die Magier ablenken sobald diese das Portal geöffnet hatten, damit Solyana, Llovryn und er selbst hindurch entfliehen konnten. Solyana merkte an das die Möglichkeit bestünde erwischt zu werden. Was würde die Magier daran hindern das Portal zu schließen? Ein Hexenjäger natürlich! Wenn die Magier keine Magie mehr wirken konnten, konnten sie das Portal auch nicht schließen. Das Portal könnte für einige wenige Sekunden noch Magicka aus der Umgebung absorbieren ehe es in sich zusammenfiele. Wenig Zeit, aber womöglich genügend um zu entkommen. Doch drei Magier, die nötig waren den Durchgang zu öffnen, ihrer Zauberkraft zu berauben war für einen Hexenjäger von Eric’s Format nicht möglich. Seine Kommandantin hätte das vielleicht vermocht. Er benötigte dafür jedoch… Ein Hilfsmittel.


    Kurzer Hand fanden sie sich in den Laboren der Gilde wieder, wo er mit Solyana Coste eine Aperta-Tinktur herstellte. Ein Tonikum das ihm erlauben würde seine mentale Kraft zu verstärken um die Verzauberung des Amuletts auf mehr als einen Magier auszuweiten. Llovryn lenkte derweil eine anwesende Novizin mit seinem unvergleichlichen Charme ab; auch wenn die Argonierin scheinbar nur wenig dafür übrighatte. Dennoch erfüllte es seinen Zweck. Cordè hielt Wache um zu verhindern das noch andere Magier von ihrem Treiben Wind bekommen konnten.

    Während Eric den Trank zusammen mischte, musste Solyana einen Funken ihrer aedrischen Magie dem Gebräu beimischen um sein volles Potenzial zu entfachen. In der Eile mussten sie auf Magie zurückgreifen, da der Trank ansonsten nur während des Destilliervorgangs seine Wirkung erlangte. Die Zeit hatten sie nicht.


    Mit dem Trank waren sie bereit für Cordès Plan. Sie betraten den Innenhof der Gilde. Cordè informierte die Magier das sie bereit war abzureisen. Eric und die Anderen hielten sich im Hintergrund bedeckt, jederzeit bereit zuzuschlagen. Magie erfüllte die Luft, ließ sie vibrieren als drei Magier ihre Stäbe in den Boden rammten und die Magie zwischen sich kanalisierten um ein Portal zu öffnen.

    „Da! Herrin Almalexia ist hier!“, hörte Eric plötzlich Cordè rufen. Er schmunzelte, musste ein Lachen unterdrücken. Das war wohl das Signal. Die anwesenden Magier wandten sich erschrocken um, folgten dem Fingerzeig der Ritterin. Eric entkorkte die Phiole, stürzte die Tinktur hinter. Der Trank brannte in seiner Kehle, machte ihn kurz benommen als er schlagartig seine Wirkung entfaltete. Für einen kurzen Moment drehte sich die Welt. Ein Schmerz explodierte in seinem Kopf, raubte ihm fast das Bewusstsein. Er bezwang ihn, wie er es gelernt hatte, konzentrierte sich auf die Verzauberung seines Amuletts. Er weitete sie aus. Es war keine sichtbare Kraft. Kein Feuer, kein Donnern. Es war das plötzliche Versiegen, das Fehlen jeglicher Magie. Jedenfalls für die Magier.

    Er rannte, so schnell ihn seine Beine trugen zum Portal, winkte Solyana und Llovryn hinter sich her. Ein Magier wandte sich wieder um, sah zu ihnen – erschrak erneut. Der Magier riss die Arme hoch wollte die Magie versiegen lassen, konnte es aber nicht. Was für ein dummes Gesicht er machte. Es war das letzte was Eric sah, als er durch das Portal trat. Cordè folgte ihm dicht auf.


    In Dolchsturz angekommen suchten sie dann Unterschlupf in der örtlichen Taverne. Die Ritterin vom Orden des Lichts hatte zum Glück noch einige Goldstücke in der Tasche um ihnen eine Unterkunft für die Nacht zu sichern, während Solyana Coste ihnen etwas zu Essen spendierte. Eric konnte beides gebrauchen. Der Trank hatte ihn schwer zu gesetzt, er spürte wie die Vergiftung sich in ihm ausbreitete. Kalter Schweiß, fahle Haut. Dinge mit denen er gelernt hatte umzugehen, die jedoch jedes Mal aufs Neue äußerst unangenehm waren. Er versicherte Coste und auch Llovryn, die beider Maßen besorgt um ihn waren, dass sie sich nicht zu sorgen brauchten. Er wollte sich nicht von ihnen helfen lassen. Darum verließ er sie auch bald darauf um in der Stadt nach einer Karawane zu suchen die sie zumindest zum Außenposten der Hexenjäger nach Merovecs Torheit mitnehmen würde…



    Der Karwanenführer vor ihm erkennt das Siegel der Hexenjäger und ist erfreut Eric’s Bekanntschaft zu machen. Er bietet dem jungen Mann Platz für ihn und seinen Begleitern an, wenn diese sich bereit erklärten während der Reise Obacht und Schutz zu bieten. Sie werden sich schnell einig. Während die Karren beladen und Anweisungen gebrüllt werden, zieht sich Eric zurück und verfasst eilig einige Zeilen an Kommandantin Lorans um Bericht zu erstatten. Er rollt das Papier zusammen, bindet es zu und markiert es mit einer Rune. Dann eilt er zu dem Boten am Stadttor der sich gerade auf sein Pferd schwingt um gen Sturmhafen zu reiten. Eric hält ihm den Brief ihn und zwei Goldmünzen – wo auch immer er diese herhat, gibt ihm Anweisung wem er den Brief auszuhändigen hat. Als der Bote seinem Ross die Sporen gibt, sieht der Hexenjäger ihm eine Weile nach. Seufzend reibt er sich mit der Hand übers Gesicht und wendet sich wieder der Stadt zu. Kleidung… Er brauchte Kleidung. Und dann musste er die Anderen holen. Die Karawane würde in aller Frühe aufbrechen…



  • Sitz des Ordens der Hexenjäger, nahe Wegesruh...


    Seine Hand zittert einmal mehr.

    Es fällt ihm schwer, die gerade frisch in Tinte getränkte Feder ruhig zu halten, um ein paar Worte auf das noch leere Pergament auf seinem Schreibtisch zu beschreiben.

    Ein paar Tropfen gehen daneben, landen auf dem Holz, aber zum Glück neben dem Papier.

    Nicht auszudenken, was Serina davon halten würde, so sie sein Gekritzel überhaupt wird lesen können.

    Howe hat ihm erlaubt, seiner alten Herrin Nachrichten zukommen zu lassen.

    Nun schickt er sich an, es in die Tat umzusetzen und merkt, dass es schwieriger scheint, als zunächst angenommen.


    Delacroix setzt ein Schreiben für seine alte Herrin auf und merkt, dass es gar nicht so einfach ist.


    Delacroix ist nun schon eine Weile beim Orden und fühlt sich nach wie vor nicht wohl in seiner Haut.

    Serinas Entscheidung ihn hierher zu entsenden, ist für ihn immer noch nicht nachvollziehbar.

    Er hat ihr doch immer gute Dienste geleistet, mit der Klinge und in ihrem Schlafgemach.

    Die paar Gläser Wein können doch nicht der Grund sein, dass er wohl nun hier in diesem Orden auf unbestimmte Zeit Jagd auf Hexen, Dreugh und andere Kreaturen machen soll.

    Jetzt, da man ihm Weiber und Wein untersagt hat, geht es ihm sichtlich schlechter, was in seinem Denken seine Meinung über seine aktuelle Lage nur noch untermauert.

    Oder gibt es gar einen anderen Grund, warum sie ihn hat hierher beordern lasse?


    Einige Schweißperlen suchen sich ihren Weg von seiner Stirn über die Wange, während er sich nun bemüht, die ersten Worte auf das Papier zu schreiben.

    Innerlich flucht er ob seines momentanen körperlichen Zerfalls und weiß, dass es wohl dem Entzug des Weines geschuldet ist, obwohl er das nie zugeben würde.

    Er wird auch diesen Kampf bestehen und siegreich von diesem ´Schlachtfeld´ kommen, da ist er sich sicher.

    Delcroix muss einige Male abbrechen und es fühlt sich wie eine Ewigkeit an, ein paar Sätze zu formulieren.

    Er ist und war nie ein besonders guter Schreiberling.

    Dafür packt er lieber an, die Klinge, den Wein und die Weiber.


    Seine Gedanken kreisen um Howe und eine scheinbar neue Mission, um Wein und Weiber und über seinen momentanen Zustand.


    Während er hier in seinem kleinen Zimmer mit sich und diesem Schreiben kämpft, hat sich derweil scheinbar einiges im Sitz des Ordens getan.

    Er sah aus der Ferne, wie einige neue Besucher das Anwesen aufsuchten und es wohl recht zeitnah wieder verließen.

    Delacroix hat es vermieden, sich danach zu erkundigen.

    Howe hat diese Gruppe begleitet, alle bewaffnet und auf ihn machte es den Eindruck, als gäbe es etwas zu erledigen.

    Dass sie ihn, den versoffenen Rekruten mit der zittrigen Hand, scheinbar nicht dazu geholt haben, lässt in ihm den Gedanken keimen, dass Howe wohl der Meinung sei, dass er doch noch nicht bereit für etwaige Aufträge wäre.

    Ihm ist es egal.

    Sollen sie sich doch in den Kampf stürzen und ihr Leben riskieren.

    Hier in seinem beschaulichen kleinem Zimmer geht es ihm ja recht gut, wenn man mal davon absieht, dass es keinen Wein gibt.


    Nun sind sie wieder da.

    Howe und seine neuen ´Gefährten´.

    So er das Schreiben für seine alte Herrin fertig und auf den Weg gebracht hat, wird er sich dann wohl aufmachen, herauszufinden, was es da so wichtiges zu tun gäbe.

    Wenn es sich aber um diese Hexe handeln sollte, über die man bereits seit geraumer Zeit tuschelt, ist er plötzlich doch unsicher.


    Es geht ihm doch gut hier, in seinem kleinem Zimmer...


    "Du kannst nicht warten, bis das Leben nicht mehr schwer ist, bevor du dich entscheidest, glücklich zu sein." - Zitat von Nightbirde beim Auftritt bei America´s Got Talent 2021, gezeichnet vom Krebs - gestorben am 19.02.22


    "Nichts hat einen Wert, wenn man nicht dafür gekämpft hat." (zitiert von Enric Milnes aus < Die Alik´r - Zweite Ära>)


    "Niemals tut man so vollständig und so gut das Böse, als wenn man es mit gutem Gewissen tut." (Blaise Pascal, 1623 - 1662)

  • Die Kristallkugel


    Nebel wabern durch das Glas und Gestalten blitzen darin auf. Ein Lager der Löwengarde erscheint und das Heulen von Wölfen ist zu hören. Die Gestalten schmelzen, dann erheben sich hohe Türme. Menschen und Mer gehen durch die dichten Straßen einer großen Stadt am Meer, das Kreischen von Möwen ertönt dumpf und fern. Erneut fällt das Gebilde zusammen nur um sogleich ein Neues zu erschaffen. Eine Festung erscheint, rote Banner wehen im Wind, Klingen, gebrochene Stäbe. Ein Wolf thront über dem Tor, blickt mit wachsamen Augen auf den Weg.


    Ein Jäger, eine Templerin, eine Ritterin und eine verlorene Seele durchschreiten die Tore. Sie haben schreckliches erlebt und Schatten gesehen. Doch Ruhe ist ihnen nicht vergönnt. Die Festung verweht. Der Nebel wirbelt in dem Glas. Dann erscheint eine Höhle, ein kaltes, dunkles Loch und ein Kreis aus Licht in dem eine Hexe steht. Ein Hüne, ein Dornenherz steht neben ihr. Er beschützt sie, würde allen ihren Befehlen gehorchen. Die Ritterin Stendarrs tritt vor die Hexe. Der Jäger stürzt sich aus den Schatten auf sie. Eine Alchemistin begleitet sie, trickreich und vielseitig sind ihre Mittel. Doch den Kampf gegen die Hexe können sie nicht gewinnen, denn die Kräfte in der Höhle sind zu stark und die Zaubersprecherin weiß sich ihrer zu bedienen. Bald schon merken die Gefährten das ihnen jedoch ein größerer Kampf bevor steht.


    Der Nebel zerfließt und ersteht sogleich neu. Eine Kreatur, ein riesiges Ungetüm einer Gottesanbeterin gleich erscheint. Scharf sind ihre Sicheln, spitz die Klauen und wild das Wesen. Es gebraucht ihrer aller Kraft, ihrer aller Scharfsinn das Monstrum zu töten und die wilden Mächte in der Höhle zu bezwingen. Dann macht die Hexe ihnen ein Angebot. Ihre Gestalt ist klar und deutlich in dem Nebel zu erkennen, besser noch als alle anderen. Sie will ihnen helfen die eigentliche Drahtzieherin die Wegesruh bedroht zu stoppen, sollten die Hexenjäger bereit sein ihrem Clan die gestohlenen Zauberbücher zu überlassen, jene Grimoires die die Ork-Schamanin Morgaz gra-Pandrum, eine uralte Hexe der Wildnis, gestohlen hat.


    Die Gefährten und die Hexe verschwinden und der Nebel lichtet sich. Das Glas wird trübe, milchig-weiß als die verhüllte Gestalt ihre Hände von der Kugel nimmt. Stimmen flüstern in ihrem Kopf.

    „So sei es.“, flüstert der Maskierte in die Schatten. „Die Almuna akzeptiert das Angebot.“

  • Zukunftsvisionen


    Eric war an diesem Abend recht zufrieden. Llovryns Training lief besser als er erwartet hatte. Auch wenn der Dunmer mehr schlecht als Recht zu behaupten versuchte seine „Innung“ hätte ihn damals in der Selbstverteidigung unterwiesen, war anhand der präzisen und schnellen Bewegungen offensichtlich das er von geschickten Meuchelmördern unterwiesen wurde. Nur schienen seine letzten Gefechte lange her. Seine Bewegung waren noch nicht so fließend, wie sie wohl einst einstudiert worden waren. Er würde ihn im Auge behalten müssen. Im Kampf war dieses Können von Vorteil, zweifellos. Aber Eric behagte der Gedanke nicht, dass unter ihnen möglicherweise ein Meuchelmörder verweilte. Nicht dass er etwas gegen Meuchelmörder hatte. Er war ja selbst einer. Aber Llovryn Velas war zu einer unbekannten Größe erwachsen, die Eric noch nicht richtig einordnen konnte. Und das behagte ihm nicht.


    Als er sich auszog und zur Waschschüssel hinüber ging, glitten seine Gedanken jedoch wieder zu Solyana. Zu ihrem Exkurs am Tag zuvor. Er war sich nach wie vor nicht sicher weshalb er ihr geholfen hatte in das Quartier des Großmeisters einzudringen, um dort den Schlüssel für das Verlies zu stehlen. Vermutlich war es die Hoffnung ihre Worte seien wahr und die Ritterin könne das Artefakt im Verlies nutzen, um ihnen im Kampf gegen die Hexe einen Vorteil zu verschaffen. Doch als sie im Verlies waren, erkannte Solyana ihren Irrtum. Das Artefakt, es war Hircine geweiht, hatte sie unter falschen Visionen hinunter in die Keller gelockt. Den Acht sei Dank hatte die Ritterin noch rechtzeitig den Spuk durchschaut und erkannte das die aedrischen Kräfte, die sich in der Kapelle sammelten und hinunter ins Verlies strömten dazu dienten, das daedrische Artefakt unter Verschluss zu halten. Nicht auszumalen was passiert wäre, hätte sie das Artefakt aus seinem Zauberbann befreit.

    Eric knirschte mit den Zähnen. Er durfte nicht erneut so dumm, so leicht zu überreden sein. Es hätte in einer Katastrophe enden können! Nicht nur dass er den Großmeister bestohlen hatte, er hätte den ganzen Orden… Vielleicht sogar Wegesruh damit gefährden können. Solyana focht mit denselben Gedanken, dass wusste er. Eric hatte es ihr angesehen, als sie tränenüberströmt in der Kapelle kniete. Sie hatten noch eine Weile geredet und über ihren Orden gesprochen, der jedoch zerstört war. Coste berichtete von einer Rüstung die unter den Ruinen ihrer einstigen Ordensfestung verborgen lag, eine Rüstung, die sie mit den aedrischen Kräften hätte erfüllen und so einen Schutz gegen die Magie der Schamanin hatte schaffen wollen.

    Daraus wurde wohl jetzt nichts. Aber Eric war sich sicher das die Rüstung dennoch von Vorteil sein konnte und er überzeugte sie davon, dass sie es sich selbst und ihrem zerstörten Orden schuldig war, dieses heilige Gut zurückzufordern – in Stendarrs Namen. Und Solyana… Sie sah es genauso.

    Eric lächelte bei dem Gedanken wie sie gestrahlt hatte als ihr die Erkenntnis kam. Er hoffte nur, dass dies sie nicht von ihrem eigentlichen Vorhaben ablenken würde. Vieles musste getan werden. Es gab weitere Ziele in Wegesruh die mit der Hexe kollaboriert hatten, sich von dieser üblen Zauberwirkerin hatten Wünsche erfüllen lassen. Ziele, die sie befragen und möglicherweise deren Verzauberungen umkehren mussten!


    Dann war da ja auch noch die Alchemistin Shael Velandare, eine Hochelfe die ihnen eher unfreiwillig half. Die Almuna hatte sie beim Verkauf von verbotenen Substanzen erwischt und jetzt stand sie unter einem bindenden Zauber, der sie dazu zwang, ihnen bei der Beseitigung der Hexe zu helfen. Eric mochte derartige Gefolgschaft nicht. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sie ihnen in den Rücken fallen würde. Dennoch… hatte sie interessante Theorien darüber, wie der Hexe Morgaz beizukommen wäre. Sie wollte eine magische Seuche erschaffen, um die Ork damit zu belegen wenn es zum Kampf kommen sollte… Und der würde wohl kommen. Früher oder später.


    Doch am meisten Kopfschmerzen bereitete ihn der Gedanke an die Hexe Nehelia, die plötzlich ihre Verbündete war. Warum die Almuna dem Angebot der Reikhexe zugestimmt hatte war ihm mehr als schleierhaft. Er konnte beim besten Willen nicht glauben, oder wollte es nicht glauben, dass der Großmeister dem zugestimmt hatte. Also… Entweder verfolgte der Großmeister damit einen höheren Plan, oder die Almuna agierte in dieser Sache vollkommen ohne seine Zustimmung. Letzteres… Der Gedanke war bestürzend. Seine Hände klammerten sich um den Rand der Wasserschale als er nur darüber nachdachte, wie sie durch die ehrwürdigen Hallen des Ordens schreiten und die Luft mit ihrer dunklen Magie verpesten würde. Eine Hexe aus dem Reik! Sie stand für alles, was der Orden verabscheute, was man IHN gelehrt hatte zu bekämpfen. Und jetzt sollte er akzeptieren das sie der Alchemistin helfen sollte etwas zu erfinden was der Ork-Schamanin schaden könnte?

    Er schüttelte den Kopf. Er musste darauf vertrauen, dass die Befehle, die er erhielt, einen Sinn hatten. Einen Plan verfolgten. Nehelia war für den Orden sicher nur ein Mittel zum Zweck. Sobald sie diesen erfüllt hatte, würde man sich ihrer entledigen. So musste es sein!

    Eric tauchte die Hände ins kühle Nass und wusch sich Brust, Gesicht und Arme. Dann setzte er sich auf sein Bett, zog die Stiefel aus und legte sich hin. Bald würden sie nach Wegesruh reisen, um den Hinweisen nachzugehen. Er brauchte dafür einen klaren und kühlen Verstand. Dennoch dauerte es lange bis er eingeschlafen war, denn die Gedanken kreisten unaufhörlich wie ein Wirbelsturm in seinem Kopf…

  • Die fünf Zirkel

    Nehelia musste schon zugeben, dass sie nicht erwartet hatte, dass sie ihre Pläne so reibungslos in die Tat umsetzen könnte. Tatsächlich jedoch war jeder "Plan A", den sie geschmiedet hatte, exakt so aufgegangen, wie sie es sich erhofft hatte. Die Hexenjäger hatten ihre dargebotene Hilfe angenommen, sie sogar in ihr Heim gelassen um das gemeinsame Ziel zu erreichen, wenngleich mit beiderseitigen Argwohn. Der jungen Reikhexe war jedoch klar, dass es nur mit vereinten Anstrengungen möglich sein würde eine so mächtige Hexe wie Morgaz zu bezwingen. Es war schon schwierig genug die Zirkelältesten der fünf Reik-Klans dazu zu bewegen in dieser Angelegenheit einer Meinung zu sein. Sie seufzte bei dem Gedanken und warf ihre Ledertasche achtlos auf das Bett in dem Zimmer der Magiergilde, in welchem sie vorübergehend ein Quartier bezog, bis Bedrohung durch die Orkschamane gebannt war. Hier stand sie unter ständiger Beobachtung durch neugierige Magier und den Rittern des Ordens des Lichts. Letztere konnte sie schon beinahe ausblenden, waren sie doch nur stille Wächter. Die dreisten Adepten hingegen waren zunehmend zu einer Plage geworden. Der vorstehende Magister der Magiergilde zu Wegesruh hatte ihr sehr deutlich klar gemacht, dass sie als Gast zwar willkommen war, es ihr jedoch untersagt war Hexenwissen an die Magier ser Gilde weiterzugeben, damit diese nicht durch ihren Einfluss "verdorben" würden. Als ob sie dergleichen getan hätte. Andersrum schienen die Magier ihr Wissen nur zu gerne mit Nehelia zu teilen und ihre Ansichten zu den Formen der Magie der Gilde zu erfragen. Sie hatte, als Gast, versucht höflich zu bleiben aber aufgrund der Tatsache, dass die Magiergilde in "guter Magie" und "böser Magie" unterschied, anstatt die Magie einfach als Werkzeug zu betrachten, wirkten die Gildenmagier für sie wie kastrierte Hunde, die ihr Potential verschwendeten. Larven, die niemals ihr Endstadium erreichen würden, weil sie sich vor ihrer eigenen Macht fürchteten. Aber das war nicht ihr Problem. Sie war nur hier um den Machenschaften von Morgaz ein Ende zu setzen, damit sie die fünf Hexenzirkel nicht mehr bedrohen kann. Danach würde sie zu ihnen zurückkehren und ihr abgeschiedenes Leben fortführen. Es war leine Lüge, die sie Eric erzählt hatte: vor dem Wirken der Orkschamane hatten sich die fünf Zirkel nie in die Angelegenheiten der Sterblichen eingemischt und Abstand zu ihnen gehalten. Sie haben keine unschuldigen Bauern entführt, keine Säuglinge geopfert und keine Plagen auf die zivilisierte Welt entlassen, solange man sie in Ruhe gelassen hat. Jetzt jedoch brauchten sie Hilfe von außen, auch wenn einige der Zirkelältesten sich damit schwer taten dies zu akzeptieren. Morgaz hatte sie alle ihrer Grimoires beraubt. Es stimmte zwar, dass es die Schamane war, welche den fünf Zirkeln die schwarzen Bücher überhaupt erst überließ und ihnen die wilde Magie lehrte, doch über die vielen Generationen hatten die Zirkel das anfängliche Wissen um ein vielfaches erweitert. Dass die Orkhexe diese Bücher nun wieder an sich genommen hatte, mit der Begründung, dass dies eine Schuld begleichen würde, war so nie Teil einer Abmachung gewesen und bedrohte die Zirkel nun in ihrer Existenz. Freiwillig würde Morgaz die Bücher niemals herausgeben und die Zirkel waren zu verängstigt um direkt die Hand gegen sie zu erheben. Selbst die Unterstützung der Hexenjäger sahen einige als viel zu riskant an. Auch Nehelia war sich sicher, dass wenn die Hexenjäger scheiterten und Morgaz erfuhr, dass die Zirkel ihnen geholfen hatten, sie zweifelsohne ihre Wut erwarten würde. In dieser Angelegenheit mussten sich der Erdwurmklan, der Feuerwolfsklan, der Metallspinnenklan, der Wasserschlangenklan und der Holzkrähenklan, welchem sie angehörte, einig sein. Und eine solche Einigkeit zu erzielen war beinahe unmöglich. Besonders die alte Moira vom Erdwurmklan hatte sich dagegen gesträubt und dem Untergang ihres Klans wohl tatenlos zugesehen, wenn das bedeutet hätte keinen Krieg mit Morgaz zu provozieren. Da war es nur gut gewesen, dass sie ganz plötzlich erkrankte und verstarb wodurch sie ihrer Schülerin Yira den Weg freimachte, die rationalere Entscheidungen traf. Letztendlich waren dir Zirkel sich einig, dass etwas getan werden musste und Nehelia hatte sich freiwillig gemeldet ihre Pläne umzusetzen, was ihrer Meisterin Drianna, die Älteste der Holzkrähen, eher missfallen hatte. Nun war sie hier, inmitten ihrer Feinde. Wenngleich die Magiergilde freundlich zu ihr war, wusste sie doch, was sie von ihr hielten. Und obgleich sie gerne durch die Bücher ihrer Bibliotheken blätterte würde sie froh sein in die Arme ihres Klans zurückkehren zu können. Sie hatte den Hexenjägern Runensteine überlassen, welche sie vor der Hexerei Morgaz' schützen sollte. Sie hatte mit der Alchemistin Shael, die eher unfreiwillig in den Diensten der Jäger stand ein Mittel entwickelt, mit welchem Morgaz geschwächt werden könnte. Und nun beschäftigte sie sich damit herauszufinden, wohin die so genannte Mutter der Hexen verschwunden war. Wegesruh war voll von ihrer negativen Energie und dennoch erwies sich dieser letzte Dienst als ausgesprochen heikel. Womöglich müsste sie sich nochmal mit den Hexenjägern auseinandersetzen. Sie wusste, dass die Almuna, die persönlichen Magier des Großmeisters über Knochen verfügten, die von Morgaz selbst verhext worden sind. Mit diesen Knochen hätte Nehelia einen fixen Fokus auf den sie sich konzentrieren könnte. Aber die Hexenjäger waren leider auch sehr unausstehlich in ihrer selbstgerechten Art, was jeden Umgang mit ihnen schwierig machte. Abermals seufzend setzte sie sich also an den Tisch, nahm Feder und Tinte zur Hand und begann einen Brief aufzusetzen.

  • Die verschneite Festung


    Es war ein vergleichsweise warmer Tag, die Sonne schien und die Gefährten waren unterwegs zu einem Treffpunkt vor den Toren von Wegesruh. Vollständig in warmen Winterkleider gehüllt, die durchaus für verdutzte Blicke sorgte. Doch dies war notwendig, denn dort, wo ihre Reise sie an diesem Tage hinführen sollte, war es bitterkalt. Einige Zeit war bereits vergangen, da hatte Solyana Coste, Paladin im Solddienst des Ordens der Hexenjäger, urplötzlich die Ordensfestung verlassen und hinterließ dabei nur einen schlichten Brief mit spärlichen Informationen ihres Verschwindens an Eric Howe adressiert. Der nächste Anhaltspunkt war ein Treffen mit einem dunmerischen Magier. Er sollte der Gruppe helfen zu ihrem Zielort zu gelangen, zu welchem Solyana die Gruppe gebeten hatte.


    Als Llovryn Velas, Eric Howe, Shael und Cordè endlich vor den Toren Wegesruh‘s ankamen wurden sie auch bereits ungeduldig von einem Dunmer erwartet, von welchem Solyana Coste in einem weiteren Brief bereits als "Bekannten" berichtet hatte. Der Dunmer war groß, wirkte finster, war in dunkle Stoffe und polierte Rüstungsteile gehüllt und wirkte für einen Magier erstaunlich kriegerisch. Als er sich in auffällig arroganter Art als Nereth Nerevil vorstellte, wurde Llovryn hellhörig: Wo hatte er diesen Namen schon einmal gehört...? Er erinnerte sich vor allem daran, gehört zu haben das dieser Dunmer zu den Telvanni gehörte und daher ein talentierter und mächtiger Zauberwirker sein musste. Auch der Dunmer Nereth hatte bereits so Manches von Llovryn gehört, jedoch drängten die anderen Gefährten zum Aufbruch in das weit entfernte Land, weswegen sie nicht mehr erfuhren. Er sollte für sie ein Portal in die kalten und eisigen Weiten Himmelsrands öffnen - der Heimat von Solyanas Orden! Nach wenigen mystischen Gesten beschwor er eine ungewöhnlich dunkel wirkende Magie, öffnete das gewünschte Portal und alle traten hindurch.


    Angekommen in der eisigen Hölle, oder einem Winterwunderland - dies musste wahrlich jeder für sich entscheiden - beschritten sie einen langen Pfad in Richtung der Berge und trafen dabei auf verschiedene Tiere. In der Ferne sah man sogar manches Mammut oder gar einen Riesen. Alte, verfallene Bauwerke wurden beiläufig besichtigt, bis die Gruppe schließlich an der gigantischen Ruine des alten Ordens eintraf und eine große, steinige Treppe emporstieg. Es gab bislang zwar keine Spur von der kleinen Bosmer, welche sie eigentlich erwarteten, weshalb sie bei Einbruch der Nacht ein provisorisches Lager in den alten Gemäuern des Ordens aufschlugen. Eric sammelte Feuerholz und schaffte dieses sogar zu entzünden. Shael beschwerte sich in gewohnter Manier über eigentlich alles, vorwiegend aber über den Verlust ihrer wertvollen Zeit. Llovryn wiederum schien interessiert an der Gegend und dem Dunmer, war es doch ein Artgenosse welcher mit ihm reiste.


    Als alle am Lagerfeuer versammelt saßen erzählte Nereth die Geschichte Solyana's und berichtete von jenem Grund, aus dem sie nach der mysteriösen Rüstung suchte. Die Geschichte wirkte letztlich noch nicht vollständig erzählt und schien einige Punkte offen zu lassen. Sie wirkte häufig sonderbar, teilweise zu ungewöhnlich oder glatt an manchen Stellen. Die Rüstung gehörte einst einem Vampirlord dessen Seele nun darin eingesperrt war? Kultisten unter den Führern des Ordens? Solyana als zwielichtige Doppelagentin? War die Geschichte, wie sie bisher erzählt wurde, wahr? Hatte der Dunmer gelogen oder erzählte er nur nicht alles? Falls ja - warum? Was hatte es mit der Gruppierung von Daedra-Jägern auf sich, welcher der Dunmer angehörte und… War diese wirklich so selbstlos ehrenhaft in ihren Zielen wie er erzählte? Vielleicht bildeten sie sich ihre Zweifel auch nur ein, weil ihnen Nereth so finster und mysteriös erschien. Fragen über Fragen, deren Antwort wohl nur die Zeit beantworten würde…


    (Beitrag erarbeitet von @Gottesschild - Solyana Coste)

  • Daedrische Rüstung


    Einige Zeit war verstrichen, bis sich die Gruppe am provisorischen Lager der alten Ordensruinen befand. Von Solyana Coste, der Bosmer Paladin fehlte noch immer jede Spur. Ungeduld und Ungewissheit nagten an den Gemütern und dem Telvanni Nereth Nerevil vertraute nahezu niemand. Nach einem Disput schließlich ging der Telvanni auf eigene Faust in die Ordensruinen, um nach Solyana's Verbleib zu sehen. Einige Zeit später bebte der Boden und der Eingang der Ruine war versperrt. Vom Telvanni Nereth war keine Spur mehr zu sehen. Doch die misslichen Umstände lockten die Bosmer Solyana an, die kurzerhand ihre Abwesenheit erklärte. Der Grund war einfach: Untote mussten im Nahen Umland bekämpft werden. Die Gruppe zog los und stolperte auf ihrem Weg zu einem weiteren Zugang zur Feste über die Überreste des Kampfes den Solyana gegen die Untoten ausgetragen hatte. Letztlich erreichten sie ein großes, altes Tor das jedoch restlos eingefroren war. Shael und ihre zahlreichen Wundertränke waren da genau das richtige Mittel der Wahl. Mittels einer ihrer zahlreichen alchemistischen Produkte vermochte sie den Zugang zu enteisen. Mit der vereinten Muskelkraft von Eric, Llovryn, Cordé und Solyana gelang es den Gefährten die Tür zu öffnen.


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    - Shael enteist das Tor -


    Als die Gruppe in die Katakomben vordrang empfing sie Dunkelheit, Gestein und enge, niedrige Tunnelsysteme: Die Natur hatte sich bereits vieles zurückgefordert. Mit heiligem Licht und Fackeln suchten sie ihren Weg durch die Tunnel. Es war ruhig und immer wieder tauchten ungewöhnliche exotische Pflanzen und Pilze in den Schatten auf. Sie mussten Hindernisse überwinden und Untote in die Flucht schlagen. Eric, Solyana und Cordé gelang es die Brut lange genug aufzuhalten damit Llovryn die alte Tür, die ihnen das voran kommen behinderte, knacken konnte. Cordé hatte den Tunnel, ihren Weg zurück, zum Einsturz bringen müssen, denn die Untoten drohten sie mit ihrer schieren Masse zu überschwämmen.


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    - Cordè, Eric und Solyana kämpfen gegen eine Horde Untoter -


    Ihr Weg führte sie schließlich an einem alten Archiv vorbei das voller verstaubter, teils unbrauchbarer Wälzer und Abhandlungen über das Wesen der Daedra war. Eines davon war in einem ungewöhnlich guten Zustand. Ein auffälliges daedrisches Siegel prangte auf dem Buchrücken, was ausreichte das Eric es den Flammen zum Fraß vorwarf. Die Vernichtung des Buches löste ein Beben aus, als würde Jemand schrecklich über diesen Verlust grollen.


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    - Das Archiv ist voller verblichener Wälzer und daedrischer Schriften -


    Die nächste Tür die ihnen den Weg versperrt war jedoch morsch und alt und Cordé schlug diese mit roher Gewalt ein. Damit waren sie im letzten Abschnitt angekommen: Der besagten Rüstungskammer.

    Doch auch hier war der Weg erneut versperrt: eine aedrische Barriere aus Lichtmagie fand sich vor dem Eingang der rituellen Kammer in der die Rüstung aufbewahrt wurde. Solyana wirkte als Paladin mit ihrer Magie der Rechtschaffenheit auf die Barriere ein um deren Fluss abzuleiten und Cordé nutzte ihren Schild, versehen mit Welkyndsteinen, um ebenfalls die Magie der Barriere zu absorbieren. In der Zwischenzeit fanden Eric, Llovryn und Shael ein Gitter in der Vorkammer das sie bewegen und so einen möglichen Fluchtweg freilegen konnten. Cordé und Solyana waren mit dem lösen der Barriere beschäftigt, die sich unerwartet wehrte. Gemeinsam mit Erics magienegierendem Amulett und Shael’s Brille, die astralen Blick verlieh, konnten sie die Schwachstellen der Barriere erkennen und sie auflösen. Der Weg lag endlich frei...


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    - Eine Barriere versperrt den Weg zur Rüstung -


    Die Rüstung ruhte auf einem Podest vor ihnen und quoll über vor dunkler Energie, zwei große Säulen stützten den Raum. Den Berichten von Nereth und Solyana zu Folge war in der Rüstung eine überaus mächtige Seele gefangen - ein Vampirlord! Auffällig waren frisch verbrannte Leichen die vor dem Podium niedergestreckt lagen, verbrannt von aedrischem Feuer wie Eric erkannte. Nach einer näheren Untersuchung stellte man fest, dass es sich um Vampire gehandelt hatte. Auch ein fast unkenntliches Abzeichen wurde entdeckt. Solyana konnte dieses dem "Haus der blassen Rose" zuordnen. Doch wie waren diese Schurken überhaupt an der Barriere vorbeigekommen? Es gab viele Theorien, doch keine Zeit für Antworten. Es galt die Rüstung zu bergen und schnellstens den Ort zu verlassen. So widmeten sich Solyana und Cordé der Reinigung der Rüstung, was jedoch selbst unter größter Anstrengung nicht gelingen wollte.


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    - Cordè und Solyana kämpfen gegen die Seele in der Rüstung -


    Letztlich opferte Cordé ihre Welkyndwaffen, um die Rüstung zu schwächen, und schleuderte sie in den Sturm aus daedrischer Energie die von der Rüstung ausging der daraufhin zum Erliegen kam. Die Waffen wurden bei der Kollision der konkurrierenden Mächte zerstört. Die Rüstung war transportfähig. Allerdings musste die abschließende Austreibung der Seele an einem anderen, geheiligten Ort stattfinden.

    Währenddessen mussten sich Eric, Llovryn und Shael einem Fleischatronachen erwehren, welcher geweckt wurden war als sich die beiden Ritterinnen an der Rüstung zu schaffen machten. Nach einem schweren Kampf, den Shael mit einer Explosion der Bestie besiegelte war die Kreatur besiegt. Eric jedoch hatte schwere Verletzungen davongezogen, war er im Kampf von dem Atronachen gegen eine Felswand geschleudert wurden. Augenscheinlich durch das Einwirken von Shael's Mixturen, die felsenfest überzeugt war es handle sich nur um ein Schmerzmittel, erfuhr Eric jedoch eine Art Wunderheilung. Seine gebrochenen Rippen und auch das scheinbar gebrochene Rückgrat, sowie zahlreiche andere Brüche waren im Nu geheilt. Er konnte schließlich mit Hilfe wieder gehen, war aber noch benommen. Letztlich nutzte die Gruppe den zuvor gefundenen Pfad, welcher mit einem Gitter verschlossen war, und gingen erschöpft und ausgezehrt in Richtung Ausgang. Die schwere, düstere und lange Reise war zu Ende – dachten sie jedenfalls...

    Sie hörten eiserne Schritte, erwarteten weitere Untote, vielleicht sogar noch einen Fleischatronachen und eilten weiter Richtung Ausgang, schneller, dort wo Solyana einen Teleportstein vermutete. Doch von eben dort kamen die schweren Schritte und dann erschien ihnen eine Gestalt: Ein komplett in weiß gerüsteter Ritter. Solyana's Gesichtsfarbe verblasste, mit großen Augen sah sie die Gestalt an: "Ein fahler Ritter!", sprach sie voller Entsetzen, als kenne sie diese Gestalt. Es gab keine Zeit für Erklärungen und nur eins war sicher - Diesen Kampf hätten sie nicht gewinnen können. Cordé trat mutig vor und wollte sich unbewaffnet dem Ritter stellen, doch ein Fledermausschwarm wurde ihnen abwehrend entgegengeworfen. Es war klar, es handelte sich um einen Vampir.


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    - Der Fahle Ritter erscheint -


    Auch eine geworfene Phiole mit einer Feuerexplosion von Shael richtete nichts gegen den Ritter aus, er schien übermächtig zu sein! Solyana und Cordé stellten sich mit letzter Kraft dem fahlen Ritter und nutzten ihre letzten verbliebenden magischen Mittel, um ihn für einen Augenblick zu binden. Der Gruppe gelang daraufhin die Flucht durch den Teleportationsstein und die Ruinen stürzten hinter ihnen ein. Doch den fahlen Ritter hatten sie sicher nicht zuletzt gesehen…


    Um ihre Wunden zu lecken kehrten die Gefährten zurück zur Festung des Ordens, während Cordè sie verließ um nach Wegesruh zur Magiergilde zu eilen. Die Almuna und Alchemisten der Hexenjäger fertigten in der Kapelle des Ordens eine Vorrichtung die die versuchte Rüstung in Zaum hielt. Solyana gelang es durch die aedrischen Kräfte die die Kapelle kanalisierte die Seele aus der Rüstung auszutreiben und zu reinigen.


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    - Die Seele ist vom üblen Einfluss des Vampirs geläutert -


    (Beitrag erarbeitet von @Gottesschild - Solyana Coste)

  • In Wegesruh



    Als der ganze Schlamassel anfing hatte Magistra Velynea der Kommandantin des Ordens eine Liste mit Namen überreicht die sie im Laufe ihrer eigenen Ermittlungen zusammengetragen hatte. Auf der Liste standen Namen potenzieller Kunden der Hexe. Vivienne Lorans hatte diese Ziele von Spähern des Ordens beschatten lassen und so war es ihr nunmehr möglichen den Gefährten von drei möglichen Kollaborateuren zu berichten, bei denen die Wahrscheinlichkeit bestand das sie mit Morgaz der Hexe paktiert hatten. Als sie sie in alle Einzelheiten der Spähberichte eingeweiht hatte, machte sich die Eiserne Lady in voller Rüstung mit einer Einheit Hexenjäger auf nach Dreughseit zu ziehen, dass nach wie vor von den Meereskreaturen heimgesucht wurde.


    Eric und seine mehr oder weniger freiwilligen Helfer indes steuerten zunächst den Hafen an, wo sie nach kurzer Suche auf den in eine goldene Rüstung gehüllten Vittorio trafen, einen Kaiserlichen Dwemer-Gelehrten der in alten Ruinen und unter den Röcken reicher Adeliger zu suchen pflegte. Vittorio stand in Verdacht, weil er lange Zeit erfolglos versucht hatte einen Gönner für seine neueste Expedition zu gewinnen. Urplötzlich hatte er jedoch die finanziellen Mittel für so eine Reise aufgetrieben und ein Schiff samt Crew angeheuert.

    Eric ließ seinen Charme spielen und fand sich schnell in die Rolle des unterwürfigen, dümmlichen Verehrers ein, sodass der überhebliche Vittorio ihm mehr als gewillt war zu erzählen das Lady Emile, eine Konkurrentin der Mäzenin des Hauses der Wissenschaft, die Reise und Expedition des Dwemer-Gelehrten finanzierte. Laut Vittorio wollte sie es sein deren Name in aller Munde war, wenn eine neue Sensation geborgen werden würde.

    Llovryn, von dem man glaubte er könne durch seinen eigenen Pakt mit der Hexe eine Verbindung zu weiteren Zielen wahrnehmen, konnte jedoch keinen Makel am Gelehrten erspüren. Als sicher war, dass er ihnen nichts Nützlicheres erzählen konnte machten sie sich auf zum nächsten Ziel. Eric behielt sich vor die Angaben des Kaiserlichen überprüfen zu lassen.


    Laut den Informationen der Kundschafter des Hexenjägerordens würde sich im Tempel der Acht Göttlichen in Wegesruh Amara Suda, eine Rothwardone und Tochter eines einflussreichen Händlerfürsten befinden. Amara Sudas Vater und Brüder lagen gerüchtehalber wegen einer rätselhaften Krankheit im Sterben. Jener Vater der seine Tochter enterbt und die Geschäfte seinen Söhnen übertragen hatte. War da eine Frau verzweifelt genug gewesen Reichtum und Macht durch einen Pakt mit einer Hexe zu sichern?

    Llovryn war derjenige der das Gespräch mit Amara Suda suchte und seinen eigenen Verlust als Deckmantel nutzte um sich das Vertrauen der Rothwardone zu erschleichen. Doch mehr und mehr wirkte es so, als würden beide von der Trauer des jeweils anderen profitieren. Amara Suda erzählte Llovryn dass ein verfeindeter Händler ihres Vaters einen Giftanschlag auf ihre Familie verübt hatte und sie nur knapp mit dem Leben davon gekommen war. Sie käme jeden Tag zum Tempel, um für das Leben ihrer Liebsten zu beten. Und Llovryn schien ebenfalls einen Teil seines Schmerzes unter den wohlwollenden Blicken der Götter ablegen zu können. Vielleicht war dies auch alles nur Scharade, ein Mittel zum Zweck? Wer wusste das schon genau…

    Amara Suda war jedenfalls nicht die gesuchte Person, denn weder Llovryn, noch Shael mit ihrer magisch verzauberten Brille konnten irgendwelche magischen Interferenzen bei der Trauernden wahrnehmen. Ob ihre Geschichte deswegen wahr war? Fest stand das sie nichts mit Morgaz zu schaffen hatte. Alles Andere brauchte sie nicht zu kümmern.


    Es stand nur noch ein letzter Name auf der Liste: Lysia – eine Maormerpiratin. Die Kundschafter des Ordens hatten nur wenig über sie in Erfahrung bringen können. Sie war wohl vor einer Weile in Wegesruh gestrandet, ohne Mannschaft und ohne Crew. Doch nun soll ein Schiff für sie aus den Wogen des Meeres selbst emporgestiegen sein, bereit die Bleichhäutige zu fernen Gewässern zu tragen. Wenn das nicht nach etwas klang dem man auf den Grund gehen sollte?

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